Der Mond
Am 2. leuchtet der Erdbegleiter im Sternbild „Steinbock“ als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels). Die danach immer schmaler werdende Sichel verschwindet in der Neumondnacht des 10. vom Firmament. Sie kehrt jedoch rasch in den folgenden Tagen an den abendlichen Westhorizont zurück. Am 18. rückt der Erdtrabant als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) in den „Löwen“ vor. Seine Leuchtgestalt nimmt weiter zu, bis er in der Vollmondnacht des 25. in der „Waage“ seine größte Helligkeit erreicht. Danach schwindet die Leuchtkraft des Mondes wieder. Am 31., dem Monatsletzten, hält er sich als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) im „Wassermann“ auf.
Die Planeten
Der sonnennächste Planet Merkur ist dafür bekannt, daß er nur schwierig aufzuspüren ist. Im Mai ist er im letzten Maiviertel zu erspähen: Am 23. steht er abends tief am Nordwesthorizont und taucht dort gegen 22.31 Uhr unter. Zum Monatsletzten verspätet er sich damit auf 23.10 Uhr. Am Abend des 24. nähert er sich am Firmament auf knapp drei Vollmonddurchmesser nördlich der sehr hellen Venus.
Die Venus, der Nachbarplanet der Erde im inneren Sonnensystem, leuchtet als „Abendstern“. Sie taucht am 1. gegen 21.25 Uhr unter den Horizont, am 31. erst gegen 22.45 Uhr. Sie wechselt am 4. vom „Widder“ in den „Stier“ und ist dort als hellstes Nachtobjekt nach dem Mond leicht aufzuspüren. Am Abend des 28. überholt die Venus in zwei Vollmonddurchmessern Entfernung dem etwas lichtschwächeren, südlichen Jupiter.
Der Mars, der Nachbarplanet der Erde im äußeren Sonnensystem, befindet sich am Firmament noch zu nahe der Sonne und kann sich aus deren Glanz nicht lösen. Der rote Planet ist im Mai nicht zu beobachten.
Der Riesenplanet Jupiter steht abends im „Stier“ und geht am Monatsersten um 23.50 Uhr, am Monatsletzten bereits gegen 22.23 Uhr unter. Als dritthellstes Nachtobjekt nach der Venus und dem Mond ist er dort leicht zu erkennen, besonders wie er am 28. von der helleren Venus quasi überholt wird.
Saturn ist immer noch fast die ganze Nacht über zu sehen. Der Ringplanet zieht am 14. von der „Waage“ in die „Jungfrau“, wo er als hellster Leuchtpunkt in dieser Sternregion funkelt. Er taucht am 1. gegen 6.16 Uhr, am 31. bereits gegen 4.13 Uhr unter den Horizont.
Die Fixsterne
Die berühmteste Figur am Frühlingsnachthimmel setzt sich aus den hellsten Sternen dreier Sternbilder zusammen: das Frühlingsdreieck. Es wird gebildet durch die Sterne Arktur im „Bärenhüter“, Spica in der „Jungfrau“ und Regulus im „Löwen“. Sie rangieren unter den 15 hellsten Sternen, die in Deutschland überhaupt beobachtet werden können. Der orangefarbene Arktur sitzt gewissermaßen am spitzen Ende des Sternbilds „Bärenhüter“, das einer Papierdrachenform ähnelt. Spica und Regulus liegen in der Nähe der Ekliptik, der auf der Sternkarte eingezeichneten Linie, auf welcher sich die Sonne und alle Planeten am Firmament bewegen.
Weiter östlich der „Jungfrau“ finden wir neben der „Waage“ die großflächigen Sternbilder „Schlangenträger“ und „Schlange“. Diese beiden Sternbilder zusammenzusuchen kommt einem Puzzle gleich, da sie aus eher lichtschwachen Sternen bestehen.
Nördlich davon steht „Herkules“, der antike Arnold Schwarzenegger. Mindestens drei seiner sagenhaften zwölf Heldentaten sind auf der Sternkarte verewigt: Er erwürgte nicht nur den unverwundbaren „Löwen“, sondern er erschlug auch den „Drachen“ und tötete die neunköpfige „Wasserschlange“, wobei er den verräterischen „Krebs“ zertrat, welcher der Wasserschlange zu Hilfe kam. An der westlichen Seite des „Sternen“brustkastens des Hau-drauf-Helden ist mit dem Fernglas ein uraltes Objekt zu beobachten: der Kugelsternhaufen M13, der sich aus Hunderttausenden Sternen zusammensetzt. Das Licht, das wir von ihm jetzt sehen, wurde vor 23.000 Jahren ausgeschickt — lange bevor die Geschichte des Herkules von den Menschen zu erzählen begonnen wurde.
Fernglasastronomen finden westlich des Frühlingsdreiecks im „Krebs“ ein ebenso interessantes Objekt: den offenen Sternhaufen Praesepe (M44). Bei klaren Nächten fernab jeder Lichtquelle, heutzutage oft nur noch in den Bergen oder in südlichen Ländern möglich, ist er sogar mit dem bloßem Auge zu erkennen. Er ist eine Ansammlung von etwa 500 Sternen in 515 Lichtjahren Entfernung — eine Distanz für die ein 300 km/h schneller Porsche-Fahrer knapp zwei Milliarden Jahre bräuchte!
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![]() 1 Tag nach dem Ersten Viertel |