Die Venus vor der Sonne - das wird kein heute lebender Mensch noch einmal zu Gesicht bekommen.
Die Volkssternwarte Laupheim bietet am 6. Juni zwischen 5.30 Uhr und 7 Uhr die Beobachtung des astronomischen Jahrhundert­ereignisses mit Teleskopen am Parkplatz des Laupheimer Baggersees an.
Ablauf
Bei Sonnenaufgang steht die Venus schon mitten vor der Sonnenscheibe. Allerdings bleibt noch einige Zeit zur Beobachtung: Nur langsam rückt der schwarze Umriss an den westlichen Sonnenrand, den er um 6.37 Uhr erreicht. Es dauert dann knapp 20 Minuten, bis Venus die Sonnenscheibe wieder ganz verlassen hat und das Schauspiel um 6.55 Uhr beendet ist.
Vorsicht!!
Bei der Beobachtung eines Venustransits ist größte Vorsicht geboten, um die Augen nicht zu schädigen. Mit guten Augen kann man den Ablauf ohne Instrumente beobachten. Voraussetzung ist der Schutz durch eine spezielle Sonnenfinsternisbrille. Eine einfache Sonnenbrille genügt nicht. Wenn man das Naturereignis mit einem Fernrohr oder Feldstecher verfolgen möchte, müssen entsprechende Schutzfilter vor dem Instrument und keinesfalls zwischen Instrument und Auge angebracht werden.
Jahrhundertereignis
Ein Venustransit ist ein sehr seltenes Ereignis, das im 20. Jahrhundert überhaupt nicht und zuletzt im Juni 2004 stattfand. Das nächste Mal steht es erst wieder 2117 an, ist jedoch dann in seinem gesamten Verlauf nur auf der anderen Seite der Erde zu beobachten. Von Europa aus haben unsere Nachfahren erst 2125 wieder die Möglichkeit, einen kompletten Venustransit zu sehen. Eigentlich überholt die Venus auf ihrer schnelleren „Innenbahn“ unsere Erde alle 584 Tage und steht dann in Richtung der Sonne. Da ihre Bahn jedoch gegenüber der Erdbahn geneigt ist, wandert die Venus meist oberhalb oder unterhalb der Sonne vorüber. Nur wenn sie bei Ihrem Überholvorgang gleichzeitig die Erdbahnebene kreuzt, stehen Erde, Venus und Sonne tatsächlich in einer Linie und wir können eine „Minisonnenfinsternis“ mit der Venus erleben.