Venustransit
>> Bilder und Video des Venustransits
Die Venus vor der Sonne
Im Juni 2004 wurde uns ein seltenes astronomisches Schauspiel geboten, das kein lebender Mensch bis dahin gesehen hatte: ein sogenannter „Venustransit“.
Hauptdarsteller waren die Sonne und unser Nachbarplanet Venus. Am Vormittag des 8. Juni versuchten sie sich an der Variation einer Sonnenfinsternis. Natürlich ist die Venus viel zu weit entfernt, um die Sonne, wie bei einer richtigen Sonnenfinsternis, ganz zu verdecken. Aber man konnte bei Bilderbuchwetter mit wolkenfreiem Himmel beobachten, wie die Venus als kleines schwarzes Scheibchen vor der Sonne vorüber wanderte. Die Astronomen bezeichnen den Vorgang als „Venustransit“.
Ablauf
Los ging es gegen 7.20 Uhr, als die Venus zum ersten mal den östlichen Sonnenrand berührte. Es dauerte etwa 20 Minuten, bis sich der schwarze Venusumriss komplett in die Sonnenscheibe geschoben hatte. Dann wanderte er bis 13.04 Uhr zum westlichen Sonnenrand. Dort dauerte es wiederum rund 20 Minuten, bis Venus die Sonnenscheibe komplett verlassen hatte und das Schauspiel um 13.23 Uhr beendet war. Die Volkssternwarte in Laupheim erlebte einen enormen Besucheransturm. Über 900 Interessenten wollten das Ereignis mit den hiesigen Teleskopen beobachten (
>> Pressemitteilung zur Veranstaltung).
Vorsicht!!
Bei der Beobachtung eines Venustransits ist größte Vorsicht geboten, um die Augen nicht zu schädigen. Mit guten Augen kann man den Ablauf ohne Instrumente beobachten. Voraussetzung ist der Schutz durch eine spezielle Sonnenfinsternisbrille. Eine einfache Sonnenbrille genügt nicht. Wenn man das Naturereignis mit einem Fernrohr oder Feldstecher verfolgen möchte, müssen entsprechende Schutzfilter vor dem Instrument und keinesfalls zwischen Instrument und Auge angebracht werden.
Jahrhundertereignis
Ein Venustransit ist ein sehr seltenes Ereignis, das zuvor im Dezember 1882 das letzte Mal stattgefunden hatte. Das nächste Mal steht es 2012 und dann erst wieder 2117 an, ist jedoch beidesmal in seinem gesamten Verlauf nur auf der anderen Seite der Erde zu beobachten. 2012 kann hierzulande lediglich das Ende des Venustransits nach Sonnenaufgang beobachtet werden. Von Europa aus haben unsere Nachfahren erst 2125 wieder die Möglichkeit, einen kompletten Venustransit zu sehen. Eigentlich überholt die Venus auf ihrer schnelleren „Innenbahn“ unsere Erde alle 584 Tage und steht dann in Richtung der Sonne. Da ihre Bahn jedoch gegenüber der Erdbahn geneigt ist, wandert die Venus meist oberhalb oder unterhalb der Sonne vorüber. Nur wenn sie bei Ihrem Überholvorgang gleichzeitig die Erdbahnebene kreuzt, stehen Erde, Venus und Sonne tatsächlich in einer Linie und wir können eine „Minisonnenfinsternis“ mit der Venus erleben.
Bilder und Videos vom Venustransit
Bilder
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