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Führender Forscher in Laupheim:

24.03.2005

Kommt das Leben aus dem All?

LAUPHEIM (tf) – Stammen wir alle aus dem All? Benutzen Bakterien Kometen als Weltraumtaxis? Sind Epidemien auf außerirdische Mikrobeneinfälle zurückzuführen? Führender Forscher zu solchen kontrovers diskutierten Fragen ist Professor Chandra Wickramasinghe von der Universität Cardiff, der am 7. April für einen Vortrag ins Laupheimer Kulturhaus kommt.


Die Vorstellung, dass es im Universum vor Leben nur so wimmeln könnte ist nicht neu. Bereits vor über 100 Jahren äußerten bekannte Wissenschaftler wie Lord Kelvin, der Physiker Hermann von Helmholtz oder der schwedische Nobelpreisträger Svante Arrhenius die Idee, dass nicht nur organische Moleküle, sondern auch Mikroben durch das All driften und sich auf geeigneten Himmelskörpern niederlassen. In jüngerer Zeit ist  Chandra Wickramasinghe von der Universität Cardiff bekanntester Vertreter dieser als „Panspermie“ bekannten Theorie. Tatsächlich haben Bakterien eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gegen extreme Temperaturen, Druck und Strahlung, die kaum durch eine irdische Evolution erklärbar ist und von Wickramasinghe als Indiz für eine kosmische Herkunft angeführt wird. Mikroben erscheinen mit ihrer Eigenschaft, in einem inaktiven Zustand als „Sporen“ über sehr lange Zeiträume lebensfähig zu bleiben, als ideale Weltraumreisende.
Nach neuesten Experimenten, die unter anderem von der deutschen Raumfahrtagentur DLR gemacht wurden, kann man sicher davon ausgehen, dass Bakterien, wenn Sie Kometen oder Meteorite als Weltraumtaxis benutzen und in deren Innerem geschützt sind, zwischen den Planeten reisen können. Noch ist allerdings nicht nachgewiesen, dass sie dies auch tatsächlich tun. Besonders kontrovers diskutiert wird die These, dass Grippe- und andere Epidemien auf außerirdische Mikrobeneinfälle zurückzuführen sind. Die Vogelgrippe SARS aus dem Weltall - das klingt für manchen Wissenschaftler zu gewagt. Wickramasinghe wird in seinem Vortrag auch dazu Stellung beziehen.
Der Einblick in dieses aktuelle Forschungsthema findet im Rahmen einer Vortragsreihe der Volkssternwarte Laupheim statt, die damit Wissenschaft allgemeinverständlich und „aus erster Hand“ präsentieren möchte. Anlass ist das 30-jährige Bestehen der Laupheimer Sternwarte und der 15-jährige Betrieb des Planetariums.


INFO:

Der Vortrag beginnt am 7. April um 20 Uhr im Kulturhaus Schloss Großlaupheim. Wickramasinghe spricht Englisch, eine Simultanübersetzung über Kopfhörer wird  angeboten. Karten können im Vorverkauf für 9 Euro über die Internetseite des Planetariums Laupheim unter „www.planetarium-laupheim.de“ oder telefonisch unter 07392/91059 vorbestellt werden. Vorverkauf außerdem im Planetarium und im Kulturhaus. Der Eintritt an der Abendkasse kostet 12 Euro.


Thomas Freidank (tf)

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Thomas Freidank
(Pressesprecher)

presse@planetarium- laupheim.de


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Stammt das Leben aus dem All, wie es die „Panspermie-Theorie“ sagt? Fotomontage: Michael Bischof, Volkssternwarte Laupheim
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Stammt das Leben aus dem All, wie es die „Panspermie-Theorie“ sagt? Fotomontage: Michael Bischof, Volkssternwarte Laupheim


Kometen, hier Hale-Bopp, gelten als mögliche Weltraumtaxis für Leben. Foto: Wei-Hao Wang
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Kometen, hier Hale-Bopp, gelten als mögliche "Weltraumtaxis" für Leben. Foto: Wei-Hao Wang


Professor Chandra Wickramasinghe unterrichtet an der Universität in Cardiff und ist führender Forscher zum Thema: „Leben aus dem All“. Foto: Archiv Wickramasinghe
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Professor Chandra Wickramasinghe unterrichtet an der Universität in Cardiff und ist führender Forscher zum Thema: „Leben aus dem All“. Foto: Archiv Wickramasinghe