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Beobachtungsabende im Februar

08.02.2004

Blick zum Himmelsstier

LAUPHEIM (tf) - Bei klarem Himmel kann man mittwochs und freitags bei den öffentlichen Beobachtungsabenden der Laupheimer Sternwarte mit Teleskopen den Sternhimmel erkunden. Im Februar wird als Schwerpunkt das Sternbild Stier anvisiert, in dem die berühmtesten Sternhaufen des Firmaments und der Überrest eines explodierten Sterns zu finden sind.


In der griechischen Mythologie nutzte Göttervater Zeus die Figur des Stiers für seine allzumenschlichen Bedürfnisse. Er verwandelte sich in das gehörnte Tier, um irdischen Schönheiten nachzustellen. Die Szenerie am winterlichen Firmament, wo das Sternbild Stier zu den markantesten Formationen zählt, kann auch als Reminiszenz an die noch ältere Gilgamesch-Sage aufgefasst werden. Die übernatürlich großen Hörner des Stiers neigen sich dort bedrohlich dem benachbarten Orion zu und erinnern an den Kampf Gilgameschs gegen den Himmelsstier.
Fernrohrbeobachter finden im Sternbild Stier eine ganze Reihe sehr berühmter Objekte. Nahe der unteren Hornspitze kann man den Überrest eines im Jahr 1054 explodierten Sterns beobachten. Der französische Astronom Charles Messier hat dieses Objekt im 18. Jahrhundert als erstes in seinen Katalog aufgenommen, weshalb es bis heute unter der Bezeichnung "M1" bekannt ist. Im Teleskop kann man die bizarr geformten Gasmassen erkennen, die sich noch immer mit einer Geschwindigkeit von 1500 Kilometern pro Sekunde(!) ausdehnen. Besonders hübsche Anblicke, auch in kleineren Teleskopen, bieten die beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Dies sind Familien junger Sterne, die noch eng beieinander stehen.
Besonders die auffälligen Plejaden hatten in den Kulturen verschiedenster Völker eine besondere Bedeutung. Rund um den Erdball wurden Kultstätten und Gebäude an der Sterngruppe ausgerichtet und ihr eine besondere Bedeutung im Jahreslauf eingeräumt.
Neben den Objekten des Stiers visieren die Teleskope der Sternwarte auch die Planeten Jupiter und Saturn an, die derzeit auffällig hell strahlend am Nachthimmel stehen.


INFO:

Die öffentlichen Beobachtungsabende der Laupheimer Sternwarte sind mittwochs und freitags ab 20 Uhr. Die Sternwarte befindet sich beim Planetarium im Parkweg 44. Nähere Informationen lassen sich im Internet unter "www.planetarium-laupheim.de" abrufen.


Thomas Freidank (tf)



Mit dem Teleskop im Sternbild Stier zu sehen: M1, der Überrest eines explodierten Sterns. Foto: Europäische Südsternwarte (ESO)
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Mit dem Teleskop im Sternbild Stier zu sehen: "M1", der Überrest eines explodierten Sterns. Foto: Europäische Südsternwarte (ESO)


 
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Thomas Freidank
(Pressesprecher)

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Das Sternbild Stier auf einer Sternkarte von Johannes Hevelius aus dem Jahr 1690. Repro: Planetarium Laupheim
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Das Sternbild Stier auf einer Sternkarte von Johannes Hevelius aus dem Jahr 1690. Repro: Planetarium Laupheim