Planetoid 7167 Laupheim

„Laupheim“ gibt es zweimal: als schwäbische Kleinstadt und, zu Ehren der hiesigen Sternwarte, als Kleinplanet im All. Der Planetoid 7167, den die Amerikaner Carolyn Shoemaker und ihr inzwischen verstorbener Ehemann Eugene Shoemaker 1985 auf dem Mount Palomar (USA) entdeckt hatten, bekam am 4. Mai 1999 den Namen „Laupheim“.

Der Kleinplanet „Laupheim“ ist Bestandteil des sogenannten Planetoidengürtels zwischen Mars und Jupiter. In einem Abstand von 469,6 Millionen Kilometer umkreist er dort die Sonne in fünfeinhalb Jahren. Somit können sich die beiden „Laupheims“ höchstens auf 320 Millionen Kilometer nahekommen. Leider kann die Sternwarte ihren Besuchern den himmlischen Namensvetter nicht im Teleskop zeigen: er leuchtet so schwach, daß er nur fotografisch erfaßt werden kann. Seine Größe ist schätzungsweise zehn bis zwölf Kilometer. Immerhin größer als das irdische Laupheim!

Am 20. Februar 2004 gelang der Volkssternwarte Laupheim erstmals ein Foto "ihres" Planetoiden. Rafael Lang und Thomas Tuchan konnten den Himmelskörper im Sternbild Wasserschlange mit einer CCD-Kamera erfassen. Es war keine leichte Aufgabe, mit einem 20-Zentimeter Teleskop das Lichtpünktchen mit einer Helligkeit von 17,3 mag. abzubilden. Immerhin wurde bei der Entdeckung des Kleinplaneten ein Spiegelteleskop mit dem fünffachen Durchmesser eingesetzt!

Die jetzt über 70-jährige Entdeckerin von „Laupheim“, Carolyn Shoemaker, ist eine weltbekannte Astronomin. Sie hat eine Vielzahl weiterer Kleinplaneten und Kometen entdeckt. Berühmt wurde sie vor allem 1994, als der von ihr mitentdeckte Komet „Shoemaker-Levy-9“ unter den Augen der Weltöffentlichkeit spektakulär auf den Planeten Jupiter stürzte. Im September 1998 war die prominente Wissenschaftlerin zu Gast im Laupheimer Planetarium. Der Besuch hinterließ offenbar Eindruck: sie „schenkte“ den Laupheimern einen Kleinplaneten.

Informationen zu Kleinplaneten sind im Internet beim Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union abrufbar. Hier können auch die aktuellen Bahndaten von (7167) Laupheim berechnet werden.

Der offizielle Widmungstext in deutscher Übersetzung

(7167) Laupheim 1985 TD3. Entdeckt am 12. Okt. 1985 von C.S. und E.M. Shoemaker in Palomar. Benannt zu Ehren von Robert Clausen (geb. 1951) und seinem Team der Volkssternwarte in Laupheim, einer Stadt im Süden Deutschlands. Clausen gründete 1975 einen Verein von Amateurastronomen, ”Volkssternwarte Laupheim e.V.”, den er seitdem leitet. Durch die Organisation von astronomischen Wanderausstellungen und zahlreichen internationalen Astronomiemessen machte er Laupheim über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Seit 1990 betreibt Clausen mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern ein vorbildlich und äußerst professionell geführtes Zeiss-Planetarium und eine Sternwarte, die größtenteils in Eigenleistung erstellt wurden. Widmung verfaßt von G. und D. Heinlein auf Anfrage von C. Shoemaker, welche die Laupheimer Einrichtung 1998 besucht hat.