Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im November

Der Mond

Unser Erdbegleiter startet in den November als abnehmender Halbmond, nur einen Tag nach der Phase des letzten Viertels. Er zieht dabei durch das Sternbild „Krebs“. Die danach zusehends schmaler werdende Mondsichel verschwindet am 7. November als Neumond vom Firmament. Sie kehrt in den darauffolgenden Tagen rasch wieder an den westlichen Abendhimmel zurück. Ihre Sichelkrümmung weist dabei nach wie vor stets auf die Sonne. Bis zum 15. ist der Mond in den „Steinbock“ weiterwandert und leuchtet dort als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels). Am 23. November hat der Erdtrabant als Vollmond im Sternbild „Stier“ seine größte Helligkeit erreicht. Danach schwindet seine Leuchtkraft wieder Tag für Tag. Am 30. streift er schließlich als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch den „Löwen“.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur ist in diesem Monat nicht mit bloßem Auge zu beobachten.

Die Venus, unser Nachbarplanet im Sonnensystem innerhalb der Erdbahn, strahlt als auffälliger „Morgenstern“ in der „Jungfrau“. Sie ist am Morgenhimmel leicht aufzuspüren, da sie – nach dem Mond freilich – das hellste Nachtobjekt ist. Ab dem 5. November ist sie erstmals wieder am Südosthorizont zu erspähen, wo sie etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang gegen 6.08 Uhr auftaucht. Bis zum 30. verfrüht sich ihr Aufgang auf 4.17 Uhr.

Der Mars, unser Nachbarplanet im Sonnensystem außerhalb der Erdbahn, zeigt sich nur in der ersten Nachthälfte. Er versinkt am Monatsersten um 23.56 Uhr unter den Horizont, am Monatsletzten lediglich zehn Minuten früher. Der Rote Planet wechselt am 11. November vom „Steinbock“ in den „Wassermann“. Zwar verliert er in diesem Monat an Helligkeit, wird aber von den in Deutschland sichtbaren Sternen nur vom hellsten, Sirius im „Großen Hund“, übertroffen.

Der riesige Gasplanet Jupiter steht mit der Sonne am Tageshimmel und ist daher im November nicht zu sehen.

Saturn, nach Jupiter der zweitgrößte Gasriese in unserem Sonnensystem und der am weitesten entfernte, mit bloßem Auge sichtbare Planet, wandert durch den „Schützen“. Wie der Mars taucht er immer früher unter den Südwesthorizont: Am 1. November noch um 20.02 Uhr, am 30. bereits um 18.21 Uhr. Am Abend des 11. passiert Saturn die Mondsichel am Firmament in einem Abstand von etwa anderthalb Vollmonddurchmessern.

Die Fixsterne

Fünf Hauptdarsteller eines antiken Familiendramas präsentiert der Novemberhimmel direkt im Zenit: „Kassiopeia“, die Gemahlin des äthiopischen Königs „Kepheus“, beging den Fehler und pries die Schönheit ihrer Tochter „Andromeda“ über die der Meeresnymphen. Tief gekränkt schickt der Meeresgott Poseidon erbost ein Ungeheuer, den „Walfisch“, der die Küsten des Reiches verwüstet. Nur die Opferung Andromedas an das Ungeheuer kann Poseidons Zorn mildern. Im letzten Moment jedoch trifft Held „Perseus“ ein, der das herannahende Untier mit einer geheimen Wunderwaffe tötet: dem abgeschlagenen Kopf der hässlichen Medusa, deren tödlicher Blick alles zu Stein werden lässt. Selbstverständlich bringt der Held die bereits in ungemütlicher Nähe zum Ungeheuer angekettete Schöne heil zu König Kepheus und Mutter Kassiopeia zurück.

An den Sternhimmel versetzt, fällt von den Sagengestalten besonders das Himmels-W der „Kassiopeia“ auf. Die Verbindung vom dritten und vierten Stern, von Osten aus gezählt, weist zum Polarstern im „Kleinen Bären“, der die Nordrichtung angibt. Ebenso leicht zu entdecken ist ein ausgedehntes Sternenquadrat: Es wird Herbstviereck genannt und ist ein Teil des „Pegasus“, dem geflügelten Pferd der griechischen Mythen. Sternfreunde wissen es schon: Eine linsenförmige Markierung auf der Sternkarte zeigt beim Sternbild „Andromeda“ die Lage eines gigantischen Milchstraßensystems, der Andromedagalaxie M31. Sie ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und die einzige Galaxie, die in unseren Breiten bei guten Sichtbedingungen mit bloßem Auge – auf jeden Fall aber im Fernglas oder Fernrohr – als Fleckchen gesehen werden kann.

Auch „Perseus“ bietet im nördlichen Ast im Fernglas „Juwelen“: zwei wunderschöne offene Sternhaufen, h und Chi Persei. Eine weitere Besonderheit in diesem Sternbild: Wer geduldig beobachtet und dabei genau aufpasst, erkennt, dass der letzte Stern im westlichen Arm des Sternbilds im Drei-Tage-Rhythmus blinkt. Dieser Stern ist unter dem Namen Algol oder Teufelsauge schon seit dem Altertum bekannt. Ist es vielleicht das zwinkernde Auge der schrecklichen Medusa? Das Blinken wird dabei durch einen Bedeckungsveränderlichen hervorgerufen, einem Sternsystem, das aus zwei verschieden hellen Sternen besteht. Sie umkreisen einander und verdecken sich dabei alle 2,9 Tage.

 

 

Der Sternhimmel am 1. gegen 23 Uhr, am 15. gegen 22 Uhr und am 30. gegen 21 Uhr (MEZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern.