Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im Mai

Der Mond

Unser Erdbegleiter startet zum Monatsbeginn im Sternbild „Zwillinge“ und wandert bereits am 3. Mai als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) durch den „Krebs“. Seine Helligkeit wächst weiter an bis er in der Vollmondnacht des 10. in der „Waage“ mit größter Leuchtkraft strahlt. Danach schwindet seine Helligkeit wieder. Der abnehmende Halbmond (Phase des letzten Viertels) steht am 19. im „Wassermann“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet schließlich in der Neumondnacht des 25. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den folgenden Tagen an den abendlichen Westhorizont zurück – mit gespiegelter Krümmung, die stets auf die Sonne zeigt. Am Monatsletzten ist es nur noch einen Tag bis zum nächsten zunehmenden Halbmond.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur kann sich in diesem Monat nicht aus dem Glanz der Sonne lösen. Er bleibt im Mai unbeobachtbar.

Die Venus, der Nachbarplanet der Erde im inneren Sonnensystem, streift als „Morgenstern“ durch die „Fische“. Sie geht am 1. Mai um 4.34 Uhr auf, am 31. bereits um 3.38 Uhr.

Der Mars, der Nachbarplanet der Erde im äußeren Sonnensystem, hält sich im „Stier“ auf. Im Mai zieht er sich allerdings nach der ersten Monatshälfte vom Nachthimmel zurück. Am Monatsersten verschwindet er gegen 23.02 Uhr unter dem Horizont, in der Monatsmitte um etwa dieselbe Zeit.

Der Riesenplanet Jupiter zieht durch die „Jungfrau“ und kommt dort am Monatsende fast zum Stillstand. Als hellstes Nachtobjekt nach dem Mond und der Venus ist er in dieser Sternenregion leicht aufzuspüren, überstrahlt er damit doch auch sämtliche Sterne am Nachthimmel. Der gigantische Gasplanet mit elffachem Erddurchmesser verabschiedet sich in der zweiten Nachthälfte vom Firmament, am 1. Mai um 5.24 Uhr, am 31. bereits um 3.21 Uhr.

Sollten Sie ein Fernglas oder ein kleines Teleskop besitzen, sind die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (in zunehmender Entfernung von Jupiter) ein beliebtes und empfehlenswertes Beobachtungsziel. Die Positionen der Monde zueinander wechseln täglich. Io umkreist den riesigen Gasplaneten bereits in etwa einem Tag! Die äußeren beiden Monde Ganymed und Kallisto übertreffen mit ihren Durchmessern von 5400 km und 4800 km nicht nur unseren eigenen Mond (Durchmesser 3476 km), sondern kommen bereits an die Größe kleiner Planeten heran, wie zum Beispiel Merkur (Durchmesser 4878 km).

Der Saturn durchwandert fast doppelt so weit von der Erde entfernt wie der Jupiter, in etwa 1,3 Milliarden km Entfernung, am Sternhimmel das Gebiet des „Schützen“ und wechselt am 18. in den „Schlangenträger“. Der mit neun Erddurchmessern zweitgrößte Planet im Sonnensystem steigt am Monatsersten gegen 0.19 Uhr über den Horizont, am Monatsletzten bereits um 22.14 Uhr.

Schon in einem kleinen Teleskop mit ab etwa 30-facher Vergrößerung ist sein einzigartiges, in Wirklichkeit aus Hunderten Einzelringen zusammengesetztes Ringsystem zu sehen. Es zeigt sich uns im Mai um 26,7° zugeneigt. Dabei blicken wir auf die Nordseite des Rings.

Die Fixsterne

Die berühmteste Figur am Frühlingsnachthimmel setzt sich aus den hellsten Sternen dreier Sternbilder zusammen: das Frühlingsdreieck. Es wird gebildet aus den Sternen Arktur im „Bärenhüter“, Spica in der „Jungfrau“ und Regulus im „Löwen“. Sie rangieren unter den 15 hellsten Sternen, die in Deutschland überhaupt beobachtet werden können. Der orangefarbene Arktur sitzt gewissermaßen am spitzen Ende des Sternbilds „Bärenhüter“, das einer Papierdrachenform ähnelt. Spica und Regulus liegen in der Nähe der Ekliptik, der auf der Sternkarte eingezeichneten Linie, auf welcher sich die Sonne und alle Planeten am Firmament bewegen.

Weiter östlich der „Jungfrau“ finden wir neben der „Waage“ die großflächigen Sternbilder „Schlangenträger“ und „Schlange“. Diese beiden Sternbilder zusammenzusuchen kommt einem Puzzle gleich, da sie aus eher lichtschwachen Sternen bestehen.

Nördlich davon steht „Herkules“, der antike Arnold Schwarzenegger. Mindestens drei seiner sagenhaften zwölf Heldentaten sind auf der Sternkarte verewigt: Er erwürgte nicht nur den unverwundbaren „Löwen“, sondern er erschlug auch den „Drachen“ und tötete die neunköpfige „Wasserschlange“, wobei er den verräterischen „Krebs“ zertrat, welcher der Wasserschlange zu Hilfe kam. An der westlichen Seite des „Sternen“-Brustkastens des Hau-drauf-Helden ist mit dem Fernglas ein uraltes Objekt zu beobachten: der Kugelsternhaufen M13, der sich aus Hunderttausenden Sternen zusammensetzt. Das Licht, das wir von ihm jetzt sehen, wurde vor 22.200 Jahren ausgeschickt — lange bevor die Geschichte des Herkules von den Menschen zu erzählen begonnen wurde.

Fernglasastronomen finden westlich des Frühlingsdreiecks im „Krebs“ ein ebenso interessantes Objekt: den offenen Sternhaufen Praesepe (M44). Bei klaren Nächten fernab jeder Lichtquelle, heutzutage oft nur noch in den Bergen oder in südlichen Ländern möglich, ist er sogar mit dem bloßem Auge zu erkennen. Er ist eine Ansammlung von etwa 350 Sternen in 580 Lichtjahren Entfernung — eine Distanz, für die ein 300 km/h schneller Sportwagen etwa zwei Milliarden Jahre bräuchte!

Der Sternhimmel am 1. gegen 0 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 31. gegen 22 Uhr (MESZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern.