Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im August

Der Mond

Unser Erdbegleiter startet als zwei Tage alter zunehmender Halbmond in den August. Er rundet sich am 7. zum Vollmond, wo er im Sternbild „Steinbock“ mit größter Helligkeit leuchtet. Danach schwindet seine Leuchtkraft wieder. So findet er sich als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) am 15. im „Widder“ ein. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet schließlich in der Neumondnacht des 21. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den folgenden Tagen an den westlichen Abendhorizont zurück. Die Krümmung der Sichel zeigt dabei stets auf die Sonne. Am 29. ist sie zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) angewachsen und streift durch den „Skorpion“.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur ist im August in Deutschland nicht mit bloßem Auge sichtbar.

Die Venus, unser Nachbarplanet im inneren Sonnensystem, strahlt als hellster Planet und Morgenstern. Am 24. August wechselt sie von den „Zwillingen“ in den „Krebs“. Die Venus verspätet sich immer mehr mit ihren Aufgängen. So taucht sie am 1. August gegen 2.44 Uhr über dem Horizont auf, am 31. erst um 3.35 Uhr.
Am 19. nähert sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes der Venus.

Der Mars, unser Nachbarplanet im äußeren Sonnensystem, wanderte im letzten Monat hinter der Sonne vorbei, kann sich in diesem Monat jedoch noch nicht aus ihrem Glanz lösen und bleibt somit im August unbeobachtbar.

Jupiter
, der größte Planet des Sonnensystems mit dem elffachen Erddurchmesser, strahlt bereits in der Abenddämmerung in der „Jungfrau“. Als hellstes Nachobjekt nach Mond und Venus ist er in dieser Sternenregion leicht aufzuspüren.  Jupiter ist dann bis zu seinem Untergang in der ersten Nachthälfte zu verfolgen. Der Gasriese verabschiedet sich am 1. August um 23.19 Uhr unter den Horizont, am 31. bereits deutlich früher um 21.30 Uhr. Am 25. gesellt sich die zunehmende Mondsichel zu Jupiter.

Saturn, der am weitesten entfernte, mit bloßem Auge sichtbare Planet, ist im „Schlangenträger“ zu sehen. Auch er ist dort leicht zu erkennen, da er in der Helligkeit nur von Mond, Venus, Jupiter, und sechs in Deutschland sichtbaren Sternen übertroffen wird. Am 25. August bleibt am Firmament geradezu stehen und setzt dann seine Bewegung am Nachthimmel in umgekehrter „rechtläufiger“ Richtung fort. Schon in der Antike wurde versucht, diese Bewegung, die auch Mars und Jupiter aufweisen, zu verstehen. Es gelang Nikolaus Kopernikus, sie mit dem heliozentrischen Modell des Sonnensystems einfach zu erklären: Die Richtungsänderung ist ein scheinbarer Effekt, der dadurch entsteht wenn ein  Beobachter auf einem schnellen Planeten (der Erde) auf einer Innenbahn um die Sonne einen langsamen Planeten (Saturn) einer Außenbahn um die Sonne überholt.

Saturn versinkt am Monatsersten um 2.14 Uhr, am Monatsletzten um 0.10 Uhr unter den Horizont.

Die Fixsterne

In den Nächten zwischen dem 8. und 12. August findet erneut das größte Sternschnuppenfeuerwerk des Jahres statt! Für dieses Jahr werden besonders viele Sternschuppen vorhergesagt. Auch wenn dabei das Licht des abnehmenden Mondes die Dunkelheit der Nacht stört, sollte man sich das Ereignis nicht entgehen lassen.
Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden in der besten Beobachtungszeit vom 10. auf den 11. August zwischen 22.00 Uhr nachts und 4.00 Uhr morgens erwartet. Die Sternschnuppen, Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle, scheinen vom Sternbild „Perseus“ auszugehen, daher werden sie auch Perseiden genannt. Der Volksmund kennt diesen prächtigen Sternschnuppenstrom auch als „Laurentiustränen“, benannt nach dem Märtyrer Sankt Laurentius (gest. 258 n.Chr.).

Das Risiko eines gefährlichen Meteoriteneinschlags durch die Perseiden ist gering: Die meisten Perseidenmeteore bestehen aus sandkorngroßen Fragmenten, die in einer prächtigen Leuchtspur bei einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde(!) völlig harmlos in der Erdatmosphäre verglühen.

Der Sternhimmel im August wird weiter vom Sommerdreieck beherrscht, einer leicht zu erkennenden Figur aus den hellen Sternen Wega in der „Leier“, Deneb im „Schwan“ und Atair im „Adler“. Die weiße Wega ist „nur“ 25 Lichtjahre entfernt und seit der Infrarot-Satellit IRAS erstmals einen Ring kühler Materie um Wega entdeckte, wird dort von Experten ein Planetensystem im Geburtsstadium vermutet.

Der „Schwan“ fliegt ebenso wie der „Adler“ mitten durch die Milchstraße. Schon mit einem kleinen Fernglas offenbaren sich in dieser Region Tausende von Lichtpünktchen, die Sonnen wie die unsere sind. Dieses matte Band ist unsere Heimatgalaxis, ein gigantisches diskusförmiges Sternsystem aus Milliarden von Sonnen, das wir von der Kante sehen. Auch unsere Sonne zählt dazu. Die Milchstraße gehört nicht zu den größten Galaxien, die wir kennen, dennoch sind ihre Maße beeindruckend: Der Durchmesser unserer Galaxis beträgt etwa 100.000 Lichtjahre, ihre Dicke „nur“ 16.000 Lichtjahre. Ihre rund 200 Milliarden Sterne vollführen in 230 Millionen Jahren eine Drehung um das Zentrum unserer Galaxis, von dem die Sonne etwa 27.000 Lichtjahre entfernt ist.

Richtige Sternenpuzzles stellen die drei Tierkreissternbilder „Schütze“, „Steinbock“ und „Wassermann“ dar. Durch die niedrige Lage am Horizont wird die Sichtbarkeit leider durch Luftunruhe und Horizontdunst beeinträchtigt. Im Osten kündigt übrigens schon die „Andromeda“ und das Quadrat des „Pegasus“, das mythische geflügelte Pferd, das Nahen des Herbstes an.

Der Sternhimmel am 1. gegen 0 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 31. gegen 22 Uhr (MESZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern.