Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im Januar

Am 3. Januar steht die Erde mit 147,1 Millionen Kilometer Entfernung der Sonne am nächsten (Perihel). Dass dabei auf der Nordhalbkugel der Erde ausgerechnet die kälteste Jahreszeit herrscht, liegt nicht an der geringen Sonnenentfernung, sondern am niedrigen Einfallswinkel des Sonnenlichts über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel der Erde hat schon im letzten Monat der Sommer begonnen.

Der Mond

Das Verstreichen des Monats kann im Januar besonders einfach an unserem Himmelsbegleiter abgelesen werden: Am 2. Januar herrscht Vollmond, der Mond steht im Sternbild „Stier“. Am 8. steift er als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertes) durch die „Jungfrau“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet in der Neumondnacht des 17. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den folgenden Tagen mit gespiegelter, stets zur Sonne weisender Krümmung an den westlichen Abendhorizont zurück. Am 24. hat sich ihre Gestalt zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) gerundet, der durch die „Fische“ wandert. Am 31. herrscht wieder Vollmond, der im „Krebs“ eingetroffen ist.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur ist der am schwierigsten mit bloßem Auge zu beobachtende Planet, da er meist von der Sonne überstrahlt wird. Er ist im ersten Monatsdrittel unter guten Sichtbedingungen tief im Südosten zu erspähen. Merkur ist dort am 1. Januar gegen 6.50 Uhr über den horizontalen Dunstschichten auszumachen, verblasst aber bereits gegen 7.30 Uhr in der zunehmenden Morgendämmerung. Bis zum 10. verspätet sich sein Erscheinen am Horizont auf 7.10 Uhr. Für den Rest des Monats kann er sich nicht mehr aus dem Glanz der Sonne lösen und bleibt unbeobachtbar.

Die Venus, unser Nachbarplanet im Sonnensystem innerhalb der Erdbahn, zieht in diesem Monat hinter der Sonne vorbei ist daher nicht zu beobachten.

Der Mars, unser Nachbarplanet im Sonnensystem außerhalb der Erdbahn, zeigt sich am Morgenhimmel, wo er am Monatsende von der „Waage“ in den „Skorpion“ wechselt. Der rote Planet ist am Monatsersten ab 3.37 Uhr über dem Horizont zu sehen bis die Morgendämmerung einsetzt, am Monatsletzten bereits ab 3.22 Uhr. Seine Helligkeit nimmt zum Monatsende zu, dennoch wird Mars noch von Mond, den sichtbaren Planeten und 13 in Deutschland sichtbaren Sternen übertroffen.

Am 7. Januar zieht der rötlich funkelnde Mars am gelblich strahlenden Jupiter vorbei, nur knapp einen Viertel Vollmonddurchmesser voneinander am Firmament getrennt. Am 11. stößt morgens noch die abnehmende Mondsichel zu dem Planetenpärchen tief am Südhimmel.

Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems mit dem elffachen Erddurchmesser, zeigt sich zusammen mit Mars frühmorgens in der „Waage“. In dieser Sternenregion ist er nicht zu verfehlen, da er in seiner Helligkeit am Nachhimmel nur noch vom Mond übertroffen wird. Jupiter taucht am 1. Januar gegen 3.52 Uhr über den Südosthorizont, am 31. bereits gegen 2.17 Uhr.

Saturn kehrt endlich wieder hinter der Sonne hervor und meldet sich in der letzten Januarwoche an den Morgenhimmel zurück. Der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet zieht durch den „Schützen“. Saturn steigt am 25. Januar gegen 6.30 Uhr über die horizontnahen Dunstschichten, verblasst jedoch gegen 7.30 Uhr in der einsetzenden Morgendämmerung. Am Monatsletzten ist er bereits gegen 6.08 Uhr zu beobachten. Obwohl er in seiner Helligkeit hinter Mond, Jupiter, Merkur, Mars und sieben in Deutschland sichtbaren Sternen steht, ist er in seiner Sternenregion als helles Objekt einfach auszumachen. Sein einzigartiges, in Wirklichkeit aus hunderten Einzelringen zusammengesetztes Ringsystem erscheint in einem Teleskop oder Fernglas um über 26° gekippt.

Die Fixsterne

Der Januar ist der Parademonat für die sechs Klassiker unter den Wintersternbildern, deren hellste Sterne das einprägsame Wintersechseck bilden: Wir starten mit dem hellen gelben Stern Kapella im „Fuhrmann“, einem Fünfeck, das sich praktisch im Zenit, also über unserem Kopf befindet. Auf der Sternkarte liegt dieser Ort auf dem Schnittpunkt der gedachten Nord-Süd- mit der Ost-West-Linie. Weiter im Uhrzeigersinn finden wir im „Stier“ den rötlichen Riesenstern Aldebaran von 45-fachem Sonnendurchmesser. Im Stier ist leicht nordwestlich davon versetzt eine auffällige Ansammlung von Sternen zu erkennen. Dies ist der offene Sternhaufen der Plejaden, der mindestens 500 Sonnen in etwa 440 Lichtjahren Entfernung versammelt. Dritter Stern des Wintersechsecks ist Rigel, der helle Stern links unten im „Orion“, dem antiken Jäger. Neben dem „Großen Bären“ ist der „Orion“ wohl das bekannteste Sternbild. Unterhalb der drei nebeneinander aufgereihten Gürtelsterne in der Mitte des „Orion“ ist bereits im Fernglas der Große Orionnebel (M42) auszumachen, eine gigantische Wasserstoffwolke und die Geburtsstätte neuer Sterne, wie es spektakuläre Bilder des Hubble-Weltraumteleskops beweisen. Weiter geht es zum Sirius im „Großen Hund“. Der weiße Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel. Mit 8,6 Lichtjahren ist er nur etwa doppelt so weit von der Erde entfernt wie unser nächster Sternennachbar Proxima Centauri. Prokyon im „Kleinen Hund“ bildet das fünfte Eck. In den „Zwillingen“ schließt Pollux, der südlichere der beiden hellen Sterne Pollux und Castor, die Figur ab.

 

 

Der Sternhimmel am 1. gegen 23 Uhr, am 15. gegen 22 Uhr und am 31. gegen 21 Uhr (MEZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten über den Himmel wandern.