Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im Juni

Die Sonne

Am 21. Juni um 6.24 Uhr beginnt aus astronomischer Sicht der Sommer. An diesem Tag der Sommersonnwende herrscht die kürzeste Nacht des Jahres mit einer Dauer von etwa 7 Stunden und 37 Minuten.

Der Mond

Am 1. Juni zieht unser Erdbegleiter als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) durch das Sternbild „Löwe“. Von dort wandert er weiter in den „Schlangenträger“, wo er in der Vollmondnacht des 9. mit größter Helligkeit strahlt. Danach schwindet seine Leuchtkraft wieder. Am 17. streift er als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch den „Wassermann“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet schließlich in der Neumondnacht des 24. vom Himmel. Sie kehrt in den folgenden Tagen wieder an den westlichen Abendhorizont zurück. Aufmerksame Beobachter bemerken dabei, dass ihre Krümmung stets zur Sonne weist. Am Monatsletzten ist der Mond nur noch einen Tag von seiner Gestalt als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) entfernt.

Die Planeten


Der sonnennächste Planet Merkur kann sich im Juni nicht aus dem Glanz der Sonne lösen. Er bleibt im Juni unbeobachtbar.

Die Venus, der Nachbarplanet der Erde im inneren Sonnensystem, strahlt als „Morgenstern“. Sie geht am 1. Juni um 3.36 Uhr auf, am 30. bereits um 2.53 Uhr. Die Venus zieht in diesem Monat von den „Fischen“ durch den „Widder“ und wechselt schließlich am 28. in den „Stier“. Sie ist in dieser Sternregion sehr leicht aufzuspüren – sie ist das hellste Nachtobjekt nach dem Mond – und dann bis in die Morgendämmerung hinein zu beobachten.

Mars, der Nachbarplanet der Erde im äußeren Sonnensystem, wandert in die Nähe der Sonne und bleibt daher im Juni unsichtbar.

Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, zieht als nicht zu übersehender Leuchtpunkt in der „Jungfrau“ seine Bahn. Er nimmt in diesem Monat Abschied von der zweiten Nachthälfte. So taucht er am Monatsersten gegen 3.17 Uhr unter den Horizont, am Monatsletzten bereits gegen 1.23 Uhr. Jupiter bekommt in der Nacht vom 3. auf den 4. Besuch vom vorbeiziehenden, zunehmenden Halbmond.

Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet, streift leicht erkennbar durch den südlichen „Schlangenträger“. Saturn bietet in diesem Monat die beste Beobachtungsmöglichkeit des Jahres, da er am 15. Juni seine Oppositionsstellung erreicht. Bei einer Saturnopposition sind Sonne, Erde und Saturn entlang einer geraden Linie angeordnet. Diese Stellung ist für die Saturnbeobachtung optimal, da zum einen der Planet die ganze Nacht über zu sehen ist - er geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter - zum anderen ist auch seine Entfernung zur Erde am geringsten und dadurch sein scheinbarer Durchmesser und seine Helligkeit am größten.

Ein Tipp: Schon in einem kleinen Teleskop ist das einzigartige, in Wirklichkeit aus Hunderten Einzelringen zusammengesetzte Ringsystem des Saturn zu sehen. Es zeigt sich uns von seiner Nordseite um weite 26,6 Grad zugeneigt.

Der Saturn geht am 15., dem Oppositionstag, gegen 21.10 Uhr im Südosten auf und versinkt am nächsten Morgen gegen 5.27 Uhr hinter dem südwestlichen Horizont, am 30. bereits um 4.28 Uhr.

Die Fixsterne


In der westlichen Himmelshälfte steht das Frühlingsdreieck. Es wird gebildet aus den drei hellen Sternen Regulus im „Löwen“, der bläulichen Spica in der „Jungfrau“ und dem orangefarbenen Arktur im „Bärenhüter“.

Die östliche Himmelshälfte nimmt bereits das Sommerdreieck ein. Seine drei hellen Ecksterne sind Atair im „Adler“, Deneb im „Schwan“ und Wega in der „Leier“. Wega und Arktur fallen als erste in der Abenddämmerung auf; sie zählen zu den fünf hellsten Sternen überhaupt. Die mutigen Seefahrer Hawaiis nannten Arktur „Hokule’a“ und nutzten ihn zur Navigation auf ihren ausgedehnten nächtlichen Reisen in ihren hochseetauglichen Katamaranen, da er senkrecht über Hawaii hinwegzieht.

Am Westhorizont breitet sich der „Löwe“ aus. Im Schwenk nach Süden folgt ihm die „Jungfrau“.

Tief am Südhorizont lauert der „Skorpion“ mit dem rötlichen Riesenstern Antares. Mit seinem Giftstachel brachte der Skorpion der Sage nach den prahlerischen Jäger Orion zum Schweigen. Heute befinden sich beide in sicherem Abstand entgegengesetzt voneinander am Firmament.

Nördlich vom „Skorpion“ sind das ausgedehnte Sternbild „Schlangenträger“ und die dazugehörige „Schlange“ zu Hause. Beide sind leuchtschwach, aber geben ein lohnendes Sternpuzzle für klare Sommernächte ab. Über dem Kopf der „Schlange“, zwischen „Bärenhüter“ und „Herkules“, liegt das Sternendiadem der „Nördlichen Krone“. Ihr hellster Stern heißt Gemma oder „Edelstein“.

Der östliche Nachbar der „Nördlichen Krone“ ist der bärenstarke Hau-drauf-Held „Herkules“. Dieses Sternbild ist recht ausgedehnt, seine Sterne sind jedoch eher unauffällig. Zwischen den zwei westlichen „Kastensternen“, der Brust des Herkules, ist der berühmte Kugelsternhaufen M13 zu finden. Im Fernglas präsentiert er sich als milchiges Fleckchen, auf Profi-Aufnahmen sind jedoch Tausende kugelförmig angeordnete Sterne zu erkennen, die etwa 22.200 Lichtjahre entfernt sind. Astronomen fanden außerdem heraus, dass unser Sonnensystem, also die Sonne mit all ihren Planeten und Monden, sich mit etwa 20 km/h auf den „Herkules“ zubewegt.

Der Sternhimmel am 1. gegen 0 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 30. gegen 22 Uhr (MESZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern.