Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im Februar

Der Mond

Unser Erdbegleiter trifft am 2. Februar als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) im Sternbild „Widder“ ein. In der nächsten Woche rundet sich seine Gestalt zum Vollmond, der am 9. im „Krebs“ strahlt. Daraufhin schwindet die Leuchtkraft unseres Trabanten. Am 15. zieht er als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch die „Waage“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet schließlich in der Neumondnacht des 23. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den folgenden Tagen mit gespiegelter, stets zur Sonne weisender Krümmung an den westlichen Abendhimmel zurück und beginnt sich täglich mehr und mehr zu runden. Am Ende des Februars ist der Mond nur noch zwei Tage von der Gestalt des zunehmenden Halbmonds entfernt.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur ist abends zwischen dem 6. und 12. Februar zu erspähen. Er ist in der Abenddämmerung kurz nach 17.30 Uhr tief über dem Südwesthorizont auszumachen. Am 10. verschwindet er gegen 19 Uhr in den horizontnahen Dunstschichten.

Venus, unser Nachbarplanet im Sonnensystem innerhalb der Erdbahn, zeigt sich als „Abendstern“. Sie wechselt am 2. Februar vom „Wassermann“ in die „Fische“. In dieser Sternenregion ist sie als hellstes Nachtobjekt nach dem Mond leicht zu erkennen. Die Venus geht am Monatsersten um 20.56 Uhr unter, am Monatsletzten erst um 22.12 Uhr.

Mars, unser Nachbarplanet im Sonnensystem außerhalb der Erdbahn, steht früh morgens am Firmament. Er wandert am 11. Februar vom „Schlangenträger“ in den „Schützen“. Der Rote Planet erscheint am 1. um 4.48 Uhr über dem Horizont, am 29. bereits um 4.25 Uhr.

Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, streift weiter durch den „Schützen“. Dort ist er leicht zu erkennen, da er nach Mond und Venus das hellste Nachtobjekt überhaupt ist und die Helligkeit der Sterne in seiner Nachbarschaft mit Leichtigkeit übertrifft. Jupiter zeigt sich am frühen Morgenhimmel: Sein Aufgang am Südosthorizont erfolgt am Monatsersten um 6.31 Uhr, am Monatsletzten schon um 5.01 Uhr.

Sollten Sie ein Fernglas oder ein kleines Teleskop besitzen, sind die vier größten der inzwischen 79 bekannten Jupitermonde, nämlich Io, Europa, Ganymed und Kallisto (in zunehmender Entfernung von Jupiter) ein beliebtes und lohnenswertes Beobachtungsziel. Die Positionen der Monde zueinander wechseln täglich. Io umkreist den riesigen Gasplaneten bereits in etwa einem Tag! Die äußeren beiden Monde Ganymed und Kallisto übertreffen mit ihren Durchmessern von 5400 km und 4800 km nicht nur unseren eigenen Mond (Durchmesser 3476 km), sondern kommen bereits an die Größe kleiner Planeten heran, wie zum Beispiel Merkur (Durchmesser 4878 km).

Saturn, der entlegenste mit bloßem Auge sichtbare Planet, tritt wieder hinter der Sonne hervor und ist ab dem letzten Monatsdrittel auf seiner Wanderung durch den östlichen Teil des „Schützen“ zu verfolgen. Er schiebt sich am 20. Februar um 6.02 Uhr über den Südosthorizont, am 29. bereits um 5.29 Uhr. Saturn ist dann bis zum Einbruch der Morgendämmerung zu beobachten. In einem kleinen Teleskop zeigt sich sein einzigartiges Ringsystem um 22° gekippt.

Die Fixsterne

Der Fixsternhimmel im Februar trägt noch handfesten Wintercharakter. Allmählich verlagern sich die Klassiker unter den Wintersternbildern vom Süden nach Westen. Sie gruppieren sich rund um das Wintersechseck, das sich zusammensetzt aus sechs markanten Sternen: Sirius im „Großen Hund“, Prokyon im „Kleinen Hund“, Pollux in den „Zwillingen“, Kapella im „Fuhrmann“, Aldebaran im „Stier“ und Rigel im „Orion“.

Zu den interessanten Objekten des Nachthimmels zählt ein nebliger Fleck, der bei guter Sicht bereits mit bloßem Auge unter den drei Gürtelsternen des „Orion“ zu erkennen ist: der Große Orionnebel mit der Messier-Katalogbezeichnung M42. Es handelt sich dabei um eine gigantische, rötlich leuchtende Wasserstoffwolke, in der neue Sterne geboren werden. Sie ist etwa 1350 Lichtjahre entfernt. Ein Lichtjahr entspricht dabei der Strecke, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zurücklegt. Das sind etwa 9,5 Billionen Kilometer. Für die ungeheure Distanz zum Orionnebel bräuchte ein Sportwagen-Fahrer mit einer Dauergeschwindigkeit von 300 Kilometer pro Stunde etwa 4,9 Milliarden Jahre.

Sehr auffällig ist auch eine Gruppe von Sternen nordwestlich des Aldebaran, des orangefarbenen Hauptsterns im „Stier“: die Plejaden (M45). Sie sind ein offener Sternhaufen aus etwa 500 Sternen in 440 Lichtjahren Entfernung.

Bereits in einem kleinen Fernglas sieht man zwischen „Perseus“ und „Kassiopeia“ zwei prächtige offene Sternhaufen: h und Chi Persei. Sie enthalten zusammen etwa 700 Sterne und sind rund 7600 Lichtjahre entfernt.

Im Nordosten erstreckt sich der „Große Bär“. Seine sieben hellsten Sterne werden „Großer Wagen“ genannt. Dabei bilden vier Sterne den Wagenkasten, drei die Deichsel. Die Indianer Nordamerikas benutzten den mittleren Deichselstern als Augenprüfer: Mit einem scharfen Auge sind die eng benachbarten Sterne Alkor und Mizar zu erkennen, die einander umkreisen. Mit dem bekannten Trick, die Verbindung der beiden hinteren Kastensterne des „Großen Wagens“ ungefähr fünfmal zu verlängern, gelangt man zum Polarstern im „Kleinen Bären“. Er gibt die Nordrichtung an. Der ganze Sternhimmel scheint sich täglich einmal um ihn zu drehen.

 

 

Der Sternhimmel am 1. gegen 23 Uhr, am 15. gegen 22 Uhr und am 28. gegen 21 Uhr (MEZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern.