Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im Juni

Die Sonne

Am 21. Juni um 17.54 Uhr beginnt aus astronomischer Sicht der Sommer. An diesem Tag der Sommersonnwende herrscht die kürzeste Nacht des Jahres mit einer Dauer von etwa sieben Stunden und 37 Minuten.

Der Mond

Bereits in den ersten Junitagen wird die Mondsichel immer schmaler, so dass sie in der Neumondnacht des 3. Juni vom Firmament verschwindet. Sie kehrt in den folgenden Tagen an den westlichen Abendhorizont zurück. Ihre Krümmung weist dabei vor und nach dem Neumond stets zur Sonne. Am 10. ist der Mond zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) angewachsen, der durch das Sternbild „Löwe“ zieht. Von dort wandert er im Lauf der Woche weiter in den „Schlangenträger“, wo er am 17. als Vollmond mit seiner größten Helligkeit strahlt. Danach schwindet sein Glanz wieder. Am 25. trifft er als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) in den „Fischen“ ein. Als schmale Sichel, nur zwei Tage vor dem nächsten Neumond, beendet der Mond den Juni.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur kann sich zwischen dem 5. und dem 20. Juni aus dem Glanz der Sonne lösen, und ist spät abends mit bloßem Auge zu aufzuspüren. Ab 22 Uhr ist die Abenddämmerung dunkel genug, um ihn in den „Zwillingen“ auszumachen. Er geht am 5. um 22.56 Uhr unter, am 20. um 23.12 Uhr. Allerdings verblasst er bereits eine halbe Stunde vorher in den horizontnahen Dunstschichten.

Die Venus, unser Nachbarplanet innerhalb der Erdbahn, strahlt noch als „Morgenstern“. Sie zieht sich im Juni immer mehr vom Firmament zurück und ist in der Morgendämmerung gerade noch zu erkennen. Ihr Aufgang verschiebt sich von 4.28 Uhr am Monatsersten geringfügig auf 4.23 Uhr am Monatsletzten. Am 3. Juni wechselt sie vom „Widder“ in den „Stier“.

Mars, unser Nachbarplanet außerhalb der Erdbahn, nimmt zur Monatsmitte Abschied vom Nachthimmel. Ab 22 Uhr reicht die Abenddämmerung aus, um ihn mit bloßem Auge gerade noch am Nordwesthorizont aufzuspüren. Am 10. Juni taucht er um 23.27 Uhr unter den Horizont. Der Rote Planet wechselt am 28. von den „Zwillingen“ in den „Krebs“.

Jupiter, der mit elffachem Erddurchmesser größte Planet unseres Sonnensystems, zieht als unübersehbarer Leuchtpunkt durch den „Schlangenträger“. Dort ist der Gasplanet leicht zu erkennen, denn am Nachmittag des 10. Juni erreicht er seine Oppositionsstellung und bietet damit in der darauffolgenden Nacht die beste Beobachtungsmöglichkeit des Jahres.

Bei einer Jupiteropposition sind Sonne, Erde und Jupiter entlang einer geraden Linie aufgereiht. Diese Stellung ist für die Jupiterbeobachtung optimal, da zum einen der Planet die ganze Nacht über zu sehen ist – er geht bei Sonnenuntergang im Osten auf und bei Sonnenaufgang im Westen unter – zum anderen ist auch seine Entfernung zur Erde am geringsten und dadurch sein scheinbarer Durchmesser am Himmel und seine Helligkeit am größten. Genaugenommen fällt durch die elliptischen Bahnen von Erde und Jupiter der Zeitpunkt der Opposition nicht exakt mit dem der kürzesten Entfernung zusammen, letzterer findet eineinhalb Tage später statt. Jupiter und Erde trennen dann immer noch etwa 641 Millionen Kilometer. Selbst das Licht benötigt für diese Entfernung rund 36 Minuten. Am Oppositionstag geht Jupiter um 21.13 Uhr auf und am nächsten Tag um 5.24 Uhr unter, am 30. bereits um 4.00 Uhr.

Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet, streift durch den „Schützen“. Er ist am Firmament fast die ganze Nacht über zu sehen. Er geht am Monatsersten um 23.53 Uhr auf, am Monatsletzten bereits um 21.53 Uhr, also 20 Minuten nach Sonnenuntergang. Nach dem Mond, Jupiter und Venus ist er im Juni das hellste Objekt am Nachthimmel.

Am frühen Morgen des 19. Juni zieht der noch fast volle Mond in gut dreifachem Vollmondabstand an Saturn vorbei.

Die Fixsterne

In der westlichen Himmelshälfte steht das Frühlingsdreieck. Es wird gebildet aus den drei hellen Sternen Regulus im „Löwen“, der bläulichen Spica in der „Jungfrau“ und dem orangefarbenen Arktur im „Bärenhüter“.

Die östliche Himmelshälfte nimmt bereits das Sommerdreieck ein. Seine drei hellen Ecksterne sind Atair im „Adler“, Deneb im „Schwan“ und Wega in der „Leier“. Wega und Arktur fallen als erste in der Abenddämmerung auf; sie zählen zu den fünf hellsten Sternen überhaupt. Die mutigen Seefahrer Hawaiis nannten Arktur „Hokule’a“ und nutzten ihn zur Navigation auf ihren ausgedehnten nächtlichen Reisen in ihren hochseetauglichen Katamaranen, da er senkrecht über Hawaii hinwegzieht.

Am Westhorizont breitet sich der „Löwe“ aus. Im Schwenk nach Süden folgt ihm die „Jungfrau“.

Tief am Südhorizont lauert der „Skorpion“ mit dem rötlichen Riesenstern Antares. Mit seinem Giftstachel brachte der Skorpion der Sage nach den prahlerischen Jäger Orion zum Schweigen. Heute befinden sich beide in sicherem Abstand entgegengesetzt voneinander am Firmament.

Nördlich vom „Skorpion“ sind das ausgedehnte Sternbild „Schlangenträger“ und die dazugehörige „Schlange“ zu Hause. Beide sind leuchtschwach, aber geben ein lohnendes Sternpuzzle für klare Sommernächte ab. Über dem Kopf der „Schlange“, zwischen „Bärenhüter“ und „Herkules“, liegt das Sternendiadem der „Nördlichen Krone“. Ihr hellster Stern heißt Gemma oder „Edelstein“.

Der östliche Nachbar der „Nördlichen Krone“ ist der bärenstarke Hau-drauf-Held „Herkules“. Dieses Sternbild ist recht ausgedehnt, seine Sterne sind jedoch eher unauffällig. Zwischen den zwei westlichen „Kastensternen“, der Brust des Herkules, ist der berühmte Kugelsternhaufen M13 zu finden. Im Fernglas präsentiert er sich als milchiges Fleckchen, auf Profi-Aufnahmen sind jedoch Tausende kugelförmig angeordnete Sterne zu erkennen, die etwa 22.200 Lichtjahre entfernt sind. Astronomen fanden außerdem heraus, dass unser Sonnensystem, also die Sonne mit all ihren Planeten und Monden, sich mit etwa 20 km/h auf den „Herkules“ zubewegt.

Der Sternhimmel am 1. gegen 0 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 30. gegen 22 Uhr (MESZ). Die Kartenmitte zeigt den Himmel im Zenit. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links. Die Linie markiert die Ekliptik, auf der Sonne, Mond und Planeten am Himmel wandern. Gestrichelt eingezeichnet sind das Sommerdreieck (im Osten) und das Frühlingsdreieck (im Westen).