Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im September

Die Sonne

Der Herbstbeginn fällt in diesem Jahr auf den 23. September um 10.21 Uhr. Unser Heimatstern hat dann den Herbstpunkt am Himmel erreicht und kreuzt dort den Himmelsäquator südwärts. An diesem Datum haben Tag und Nacht die gleiche Länge (Tagundnachtgleiche).

Der Mond

Als fast noch ein Vollmond startet unser Erdbegleiter in den Monat. Am 5. streift er als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch das Sternbild „Stier“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet in der Neumondnacht des 13. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den darauffolgenden Tagen bald wieder an den abendlichen Westhorizont zurück. Am 21. hat sich ihre Form im „Schlangenträger“ wieder zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) gerundet. In der Nacht vom 28. auf den 29. herrscht Vollmond, in welcher der Erdtrabant durch die „Fischen“ zieht.

In den frühen Morgenstunden dieser Nacht vollzieht sich eine sehenswertes Himmelereignis: Es tritt eine totale Mondfinsternis ein! Gegen 3.07 Uhr beginnt der Mond sich zu verfinstern, da er in den Kernschatten eintritt, den die von der Sonne beleuchtete Erde in den Weltraum wirft. Die vollständige Verfinsterung beginnt gegen 4.11 Uhr. Dass dabei der Mond nicht komplett vom Himmel verschwindet, sondern in einem seltsamen rötlichen Glühen leuchtet, liegt am Sonnenlicht, das den Rand der Erdatmosphäre streift (ähnlich dem Abendrot) und vom Mond reflektiert wird. Die Mitte der Mondfinsternis ist um 4.47 Uhr. Gegen 5.24 Uhr beginnt der Mond dann aus dem Kernschatten der Erde herauszutreten und langsam wieder seine Gestalt als Vollmond einzunehmen. Um 6.27 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet, der kleine Merkur, bleibt in diesem Monat unsichtbar.

Unser Nachbarplanet im inneren Sonnensystem, die Venus, zeigt sich wieder als strahlender „Morgenstern“ und wandert vom „Krebs“ in den „Löwen“. Sie steigt am 1. gegen 4.53 Uhr über den Horizont, am 30. bereits gegen 3.30 Uhr.

Unser Nachbarplanet im äußeren Sonnensystem, der Mars, hat ebenso wieder an den Morgenhimmel zurückgefunden. Auch er zieht vom „Krebs“ in den „Löwen“. Im Vergleich zur Venus leuchtet er jedoch rötlich und deutlich schwächer als diese. Am Monatsersten geht der Mars gegen 4.19 Uhr auf, am Monatsletzten nur wenig früher gegen 4.08 Uhr. Generell ist er allerdings er erst etwa 20 Minuten später über den horizontnahen Dunstschichten auszumachen.

Jupiter, ein riesiger Gasplanet und größter Planet des Sonnensystems mit elffachem Erddurchmesser, wandert durch den „Löwen“. Nach dem Mond und der Venus ist er das dritthellste Nachtobjekt. Er hält sich dabei in der gleichen Sternregion wie Venus und Mars auf, steigt von diesen als erster (allerdings erst ab dem ersten Monatsdrittel) über den Horizont: am 10. um 5.57 Uhr, am 30. schon gegen 4.52 Uhr.

Saturn, ebenso wie Jupiter ein gigantischer Gasplanet und mit gut neunfachem Erddurchmesser zweitgrößter Planet des Sonnensystems, ist der einzige mit bloßem Auge sichtbare Planet, der in den Abendstunden zu sehen ist. Er steht an der Grenze zwischen „Waage“ und „Skorpion“. Am Monatsersten geht er um 22.58 Uhr unter, am Monatsletzten um 21.09 Uhr. Allerdings verschwindet er stets bereits gut 20 Minuten vorher in den horizontnahen Dunstschichten.

Die Fixsterne

Das Sommerdreieck beherrscht weiterhin den Nachthimmel. Die Sterne Wega in der „Leier“, Atair im „Adler“ und Deneb im „Schwan“ bilden diese leicht zu erkennende Figur. Im Osten ist schon das markante Sternenquadrat des „Pegasus“ zu finden, das mythische Flügelross der Griechen. Es wird auch oft als „Herbstviereck“ bezeichnet. Als Sternbild direkt mit dem Pferd verbunden ist die „Andromeda“, eine äthiopische Prinzessin, wie die Legende erzählt. Fernglasbesitzer kennen sie durch ein milchiges Objekt, das auf der Sternkarte als schmales Oval eingezeichnet ist: Dort befindet sich eine unserer Nachbarmilchstraßen, die Andromedagalaxie, in der ungeheuren Entfernung von 2,3 Millionen Lichtjahren - eine Distanz für die ein 300 km/h schneller Sportwagenfahrer etwa 7,9 Billionen Jahre bräuchte!

Südlich des „Pegasus“ finden wir allerlei mythische Meereswesen, die meist aus lichtschwachen Sternen bestehen und oft knifflige  Sternenpuzzles darstellen, deren Sichtbarkeit stark von der Luftunruhe in Horizontnähe abhängt: Da wäre das ausgedehnte aber unauffällige  Tierkreis¬stern¬bild der „Fische“, weiter südlich der große „Walfisch“. Westlich schließen sich die Tierkreis-stern¬bilder „Wassermann“ und „Steinbock“ an. Letzterer war bei den Sumerern und Babyloniern ursprünglich ein Ziegenfisch, ein Mischwesen aus dem Vorderleib einer Ziege und einem Fischschwanz. Südlich zwischen „Wassermann“ und „Steinbock“ findet der „Südliche Fisch“ Platz. Sein Hauptstern „Fomalhaut“ steht auf Platz 13 der hellsten von Deutschland aus sichtbaren Sterne.

Der Sternhimmel, wie er sich am 1. gegen 0 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 30. gegen 22 Uhr (MESZ) zeigt. Die Kartenmitte stellt den Himmel im Zenit dar. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links.