Astroecke|Aktueller Sternhimmel

Der Sternhimmel im April

Der Mond

Bereits in der ersten Woche rundet sich der Erdbegleiter in der Nacht vom 4. auf den 5. zum Vollmond. Er steht dabei im Sternbild „Jungfrau“. Während seine Helligkeit danach wieder schwindet erreicht er am 12. als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) den „Schützen“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet schließlich in der Neumondnacht des 18. vom Firmament. Sie kehrt jedoch in den folgenden Tagen an den westlichen Abendhimmel zurück und hat sich am 26. als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) im „Krebs“ eingefunden.

Die Planeten

Der sonnennächste Planet Merkur bietet im letzten Monatsdrittel die besten Beobachtungsmöglichkeiten des ganzen Jahres. Sonst meist im Glanz der Sonne verborgen, gibt er sich in den Abendstunden ab dem 20. etwa 20 Minuten nach Sonnenuntergang am Nordwesthorizont zu erkennen. Am selben Tag geht er dann gegen 21.30 Uhr unter, am Monatsletzten erst gegen 22.36 Uhr.

Die Venus, unser Nachbarplanet im inneren Sonnensystem, durchzieht als „Abendstern“ im „Stier“ die Gegend zwischen den offenen Sternhaufen der Hyaden und der Plejaden, die auch als das „Goldene Tor der Ekliptik“ bezeichnet wird. Die funkelnde Venus ist in dieser Sternenregion nicht zu übersehen und übertrifft in ihrer Helligkeit leicht sämtliche Sterne und Planeten. Ihre Untergänge verschieben sich von 23.20 Uhr am 1. auf 0.35 Uhr am 30.

Der Mars, unser Nachbarplanet im äußeren Sonnensystem, nimmt Abschied vom Abendhimmel und ist mit bloßem Auge in diesem Monat nicht mehr zu erkennen.

Der Riesenplanet Jupiter zieht durch den „Krebs“. Er fällt dort als strahlender, leicht zu findender Lichtpunkt auf, denn in seiner Helligkeit wird er am Nachthimmel nur von Mond und Venus übertroffen. Der Gasriese mit elffachem Erddurchmesser versinkt am Monatsersten um 5.20 Uhr unter den Horizont, am Monatsletzten bereits um 3.27 Uhr.

Ein stets beliebtes Beobachtungsziel - sollten Sie ein Fernglas oder ein kleines Teleskop besitzen - sind die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (in zunehmender Entfernung von Jupiter). Ihre Positionen zueinander wechseln täglich. Io umkreist den riesigen Gasplaneten bereits in etwa einem Tag! Die äußeren beiden Monde Ganymed und Kallisto übertreffen mit ihren Durchmessern von 5400 km und 4800 km nicht nur unseren eigenen Mond (Durchmesser 3476 km), sondern kommen auch an die Größe kleiner Planeten heran, wie zum Beispiel Merkur (Durchmesser 4878 km).

Der Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet, zieht durch den „Skorpion“. Der mit neun Erddurchmessern zweitgrößte Planet im Sonnensystem geht am 1. um 0.25 Uhr auf, am 30. bereits um 22.42 Uhr. Schon in einem kleinen Teleskop ist sein berühmtes Ringsystem zu erkennen, das uns auf der Erde im April um 25 Grad gekippt erscheint.

Die Fixsterne

Während die Sternbilder „Zwillinge“ und „Kleiner Hund“ noch im Westen an den vergangenen Winter erinnern, haben drei typische Frühlingssternbilder schon ihren Platz am Nachthimmel erobert:

Zuerst der „Löwe“ mit seinem leicht erkennbaren trapezförmigen Körper. Ein Bogen aus Sternen bildet die Mähne. Der helle Bruststern Regulus liegt auf der Ekliptik, der Bahnebene der Planeten. Daher kann er auch von einem vorüberziehenden Planeten oder dem Mond verdeckt werden.

Danach finden wir etwas östlicher die „Jungfrau“. Ihr bläulich-weißer Hauptstern ist Spica. Das heißt „Kornähre“ und soll Fruchtbarkeit symbolisieren.

Schließlich folgt etwas nördlich das Sternbild „Bärenhüter“, das der Form eines Papierdrachens ähnelt. Amerikaner nennen es „the ice cone“, die Eistüte. Sein orangefarbener Hauptstern heißt Arktur, was so viel wie Bärenhüter bedeutet. Der Legende nach wacht er darüber, dass der Große und Kleine Bär nicht von ihrem Weg um den Himmelspol abkommen. Zusammen mit Spica und Regulus bildet er das einprägsame Frühlingsdreieck, als passende Ergänzung zum markanten Sommerdreieck, Herbstviereck und Wintersechseck der anderen drei Jahreszeiten.

Östlich des Bärenhüters liegt der hübsche Sternenbogen der „Nördlichen Krone“. Daran schließt sich das Sternbild „Herkules“ an, das allerdings aus recht lichtschwachen Sternen besteht. Herkules, der berühmte antike Arnold Schwarzenegger, erwürgte einst einen gigantischen, unverwundbaren Löwen. Beide finden wir am Frühlingsnachthimmel wieder. Jedoch eilt der Löwe in unseren Tagen dem Hau-drauf-Helden in sicherem Abstand voraus.

Der Sternhimmel, wie er sich am 1. gegen 24 Uhr, am 15. gegen 23 Uhr und am 30. gegen 22 Uhr (MESZ) zeigt. Die Kartenmitte stellt den Himmel im Zenit dar. Der Kartenrand entspricht dem Horizont. Norden ist oben, Westen rechts, Süden unten und Osten links.