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13.02.2018
Von: Thomas Freidank

 

Renovierung im Planetarium

Ein weißer Himmel für die perfekte Nacht

Während die Narren ihr Unwesen trieben, wurden am 12. und 13. Februar Teile des Laupheimer Planetariums renoviert: Ein aufgefrischter Himmel und erneuerte Sitze erwarten die Besucher ab Samstag, wenn das Sternentheater wieder geöffnet ist.


Werner Kiesle (rechts) vom Planetarium und Jürgen Ruhnau von der Firma Ruhnau beobachten, wie Frank Trexler auf der Arbeitsbühne die Farbe aufbringt. In der Mitte befindet sich gut verpackt der Sternenprojektor und die Videoprojektionstechnik. Foto: Thomas Freidank, Planetarium Laupheim

Werner Kiesle vom Planetarium und Jürgen Ruhnau (rechts) von der Firma Ruhnau beobachten, wie Frank Trexler auf der Arbeitsbühne die Farbe aufbringt. Foto: Thomas Freidank, Planetarium Laupheim

Der Himmel im Planetarium erstrahlt nun in neuem Weiß und bietet damit, so kurios es klingt, wieder optimale Voraussetzungen für die Illusion eines dunklen Nachthimmels. Eine Planetariumskuppel mit neuer Farbe zu versehen, ist allerdings wesentlich komplexer, als eine Wand zu streichen: "Schließlich handelt es sich um eine riesige 360-Grad Projektionsfläche", sagt Werner Kiesle vom Planetarium. Sie soll eine brillante Projektion von Sternen, Bildern und Videos sicherstellen, aber keinesfalls störende Reflexionen zulassen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kuppel mit Lochblechen ausgeführt ist, was bei der bewegten Projektion das Flackern der Sterne durch die Atmosphäre simuliert. "Der Farbauftrag muss extrem fein aus vier Richtungen erfolgen, damit im Lochprofil keine dunklen Flecken entstehen und andererseits die Löcher nicht verstopfen", erklärt Kiesle. Während der Arbeiten musste die empfindliche Planetariumstechnik sorgfältig durch Folien geschützt werden. Der wertvolle Sternenprojektor und das 360-Grad Videosystem in der Raummitte wurden zusätzlich in eine stabile, fest verschraubte Pressspan-Verschalung eingepackt.
Deutschlandweit wird nur eine einzige Spezialfirma aus Drebach in Sachsen vom Planetariumshersteller Carl Zeiss für diese Arbeiten empfohlen. Deren Chef, Jürgen Ruhnau, erhält Aufträge aus ganz Europa und hat mit seinen Mitarbeitern bereits über 20 Planetariumskuppeln aufgefrischt. "Aufträge aus Übersee scheitern meist an den Reise- und Transportkosten für die nötigen Gerätschaften", erzählt er augenzwinkernd. Die Laupheimer Kuppel war zuletzt im Sommer 2012 neu beschichtet worden. Rund 5000 Euro wendet das Planetarium für die jetzige Erneuerung mit einer Spezialfarbe aus den USA auf. "Diese ermöglicht durch einen höheren Reflexionsgrad eine noch hellere und farbgetreuere Projektion und ist haltbarer", freut sich Kiesle.
Für die Wartung der Planetariumssitze war gleichzeitig eine Berliner Spezialfirma im Haus. Für 2000 Euro überholte und verstärkte diese die viel beanspruchten 62 Sitzmöbel. In Eigenarbeit wurde die Mechanik, die den Besuchern eine bequeme rückwärts geneigte Position erlaubt, durch die Planetarier geschmiert und erlahmte Federn ersetzt.

INFO: Der Planetariumsbetrieb startet wieder am Samstag, 17. Februar, um 14 Uhr mit dem Kinderprogramm "Einmal Pluto und zurück". Mit "Expedition Sonnensystem", "Der Blaue Planet"und "(Un)Sichtbares Universum" stehen drei weitere Sternenshows auf dem Programm. Vorführtermine im Internet unter "www.planetarium-laupheim.de" und nach Vereinbarung. Karten können im Internet und unter der Nummer 07392/91059 telefonisch vorbestellt werden.