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< Fliegende Sternwarte "SOFIA" landet in Laupheim
08.11.2019
Von: Herbert Kiesle

 

Merkur vor der Sonne

Am Nachmittag des 11.11. tritt Merkur vor die Sonnenscheibe. Dieser sogenannte Merkurtransit lässt sich bis Sonnenuntergang in der Volkssternwarte Laupheim beobachten. Die Sternwarte ist daher von 13 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.


BILD 1: Aufnahme des Merkurtransits vom 8. November 2006. (Foto: Brocken Inaglory - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3974418)

Ein besonderes Ereignis steht am 11.11. auf dem Beobachtungsplan der Laupheimer Sternwarte. Der innerste Planet des Sonnensystems erreicht um 13:35 Uhr den äußersten Sonnenrand und ist etwa zwei Minuten später vollständig vor der Sonnenscheibe zu sehen.

Diese kurze Zeitspanne reicht nicht aus, um allen Besuchern bei klarem Himmel einen Blick durch das speziell vorbereitete Fernrohr zu ermöglichen.
Die Mitglieder der Sternwarte nutzen deshalb die vorhandenen technischen Möglichkeiten des Planetariums und übertragen das Bild dieses Ereignisses auf die Leinwand im Foyer des Planetariums. Erst danach besteht die Möglichkeit unter fachkundiger Anleitung selbst einen Blick auf die Sonne und den kleinen Punkt auf ihr zu richten. Merkur bedeckt nämlich nur etwa 3/1000stel der Sonnenscheibe.

Eile ist bei der Beobachtung des Merkurtransits nicht geboten, es erstreckt sich über mehrere Stunden bis zum Sonnenuntergang. Merkur wird gegen 13.35 Uhr am linken Sonnenrand (etwa auf Acht-Uhr-Position, wenn man sich die Sonne als Zifferblatt einer Uhr vorstellt) seinen Durchgang beginnen, gegen 16.19 Uhr die Mitte seines Weges vor der Sonne erreicht haben und gegen 19.04 Uhr wieder am rechten Sonnenrand (etwa auf Zwei-Uhr-Position) herausgetreten sein. Da die Sonne um 16.47 Uhr untergeht, ist lediglich etwas mehr als der halbe Transit zu verfolgen.

Das Ereignis ist mit bloßem Auge nicht sichtbar. Zur Beobachtung wird ein Teleskop oder ein Fernglas mit mindestens 15-facher Vergrößerung benötigt.
Das Teleskop in der Sternwarte zeigt den Merkurdurchgang mit einer 70fachen Vergrößerung, bei guter Sicht kann auch noch höher vergrößert werden.

ACHTUNG: Vor einer unvorsichtigen Beobachtung des Merkurtransits mit einem Teleskop oder Fernglas sei ausdrücklich gewarnt! Niemals dürfen diese optischen Instrumente ohne fachmännischen Sonnenfilter direkt in die Sonne gerichtet werden! Der sofortige Verlust des Augenlichts wäre die Folge.

Der nächste von Deutschland aus zu sehende Merkurtransit findet übrigens am 13. November 2032 statt.