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20.01.2017
Von: Thomas Freidank

 

Neue Sternenshow im Planetarium

Was das Licht vom Universum erzählt

Ab 22. Januar zeigt das Laupheimer Planetarium seine neu produzierte Sternenshow "(Un)sichtbares Universum". Darin wird anschaulich gemacht, was uns das Licht vom Kosmos erzählt und wie Forscher auch dem "unsichtbaren" Universum seine Geheimnisse entreißen.


In seiner neuen Sternenshow zeigt das Planetarium, was das sichtbare und unsichtbare Licht über den Kosmos verrät. Hier ein Detail aus dem Adlernebel M16 im Sternbild Schlange, aufgenommen mit dem Hubble Weltraumteleskop in sichtbarem sowie infrarotem Licht. Foto: NASA, ESA, Hubble Heritage Team

In seiner neuen Sternenshow zeigt das Planetarium, was das sichtbare und unsichtbare Licht über den Kosmos verrät. Hier der Planet Saturn in verschiedenen Wellenlängen, aufgenommen mit dem Hubble Weltraumteleskop. Foto: NASA, E. Karkoschka

Mit faszinierenden Bildern versetzt das Planetarium seine Besucher in die Tiefen des Kosmos. Im neuen Programm führt die Reise jedoch zunächst sehr weit zurück, in eine ferne Vergangenheit: Im Lauf der Evolution lernt das Leben, Sonnenlicht für die eigene Existenz und die Entdeckung der Welt zu nutzen. "Wir zeigen ausführlich, wie die Entwicklung des Lebens unter Einfluss des Lichts stattfindet", sagt Programmautor Werner Kiesle vom Planetarium. Auch später hatten in der Menschheitsgeschichte über Jahrtausende das Sonnen- und Sternenlicht sowie Lichtphänomene in der Atmosphäre eine große, oft mythische Bedeutung.
Doch erst seitdem der Mensch gelernt hat, sein natürliches Sehvermögen durch technische Mittel zu erweitern, wird offenbar, was das Licht aus den Weiten des Universums zu erzählen vermag. Erste Durchbrüche brachten das Teleskop im 18. Jahrhundert und die Fotografie im 19. Jahrhundert. Von besonderer Bedeutung war zudem die Auffächerung des Lichts in seine spektralen Bestandteile und deren Untersuchung: die Spektroskopie. "Wir erinnern an Joseph von Fraunhofer, der 1814 das Phänomen der dunklen Linien im Sonnenspektrum als Erster systematisch untersucht hat", erläutert Kiesle. Im 20. Jahrhundert lernten die Forscher, auch für uns unsichtbare Strahlung zu erfassen und zu interpretieren, um so den Geheimnissen des Kosmos weiter auf die Spur zu kommen. Das Planetarium zeigt, wie durch eine ganze Reihe "künstlicher Augen", irdische Riesenobservatorien, Weltraumteleskope, Radioantennen, Infrarotkameras und Röntgenempfänger, die Wissenschaftler über Generationen gelernt haben, aus dem Licht ferner Objekte feine Details herauszulesen. Dabei können Sie in tiefe Atmosphärenschichten fremder Planeten ebenso blicken wie in dichte Staubwolken, in denen neue Sonnen und Planeten entstehen. Selbst optisch völlig verdeckte Galaxienkerne mit gigantischen Schwarzen Löchern werden enthüllt.
Das neue Programm wurde nach einer Idee von Werner Kiesle von ihm sowie Dr. Günther Höhne und Rolf Stökler vom Laupheimer Planetarium geschrieben. Rund ein viertel Jahr arbeitete dann ein ganzes Team des Planetariums ehrenamtlich an der optischen und akustischen Umsetzung des Stoffs für eine kuppelfüllende 360-Grad Planetariumsshow.
Im Vorprogramm "Sterne über Oberschwaben" können die Besucher den Blick übrigens ohne Riesenteleskop oder Röntgenobservatorium übers gestirnte Firmament schweifen lassen, bevor sie in die Tiefen des Alls aufbrechen. Erklärt wird, was derzeit mit bloßem Auge am Wintersternhimmel zu sehen ist.

INFO: Außer der neuen Sternenshow "(Un)sichtbares Universum" sind im Planetarium weitere Programme, jeweils mit einem aktuellen Sternhimmel-Überblick, sowie das Kinderprogramm "Einmal Pluto und zurück" zu sehen. Vorführtermine und Kartenreservierung im Internet unter www.planetarium-laupheim.de und telefonisch unter 07392/91059.