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21.07.2018
Von: Thomas Freidank

 

Beobachtung in der Laupheimer Sternwarte

Die Jahrhundert-Mondfinsternis

LAUPHEIM (tf) - Am 27. Juli öffnen um 21.30 Uhr die Laupheimer Sternwarte und das Planetarium zur Beobachtung einer totalen Mondfinsternis. Dr. Andreas Payer erläutert das Himmelsschauspiel etwa 60 Minuten im Planetarium. Die Sternwarte ist, unabhängig vom Vortrag, zur öffentlichen Beobachtung geöffnet.


Der typische Anblick einer totalen Mondfinsternis, aufgenommen 2007: Unser Trabant gehüllt in rotes Licht, das von der Erdatmosphäre gestreut wird. Foto: Thomas Tuchan, Volkssternwarte Laupheim

Der Verlauf einer totalen Mondfinsternis, aufgenommen 2007, wie er ähnlich am 27. Juli zu beobachten sein wird. In Deutschland wird jedoch diesmal die partielle Verfinsterung bei Mondaufgang bereits begonnen haben. Foto: Thomas Tuchan, Volkssternwarte Laupheim

Die Mondfinsternis am 27. Juli beginnt in einer ähnlichen Konstellation wie diese, allerdings nur partielle, am 7. August 2017: sehr horizontnah und in der frühen Abenddämmerung, was besondere Fotomotive bietet. Foto: Herbert Kiesle, Volkssternwarte Laupheim

Einen außergewöhnlichen Anblick verspricht diese Finsternis durch das Zusammentreffen mit Mars, der an diesem Tag der Sonne ebenfalls genau gegenüber steht: Zwei auffällig rötlich leuchtende Himmelskörper sind damit über dem südöstlichen Horizont versammelt. Eine weitere Besonderheit dieser Finsternis ist, dass es sich um die längste totale Mondfinsternis im 21. Jahrhundert handelt. Die Totalität, in welcher der Mond den Kernschatten durchwandert, dauert 1 Stunde 43 Minuten und die Finsternis insgesamt inklusive der partiellen Verfinsterung 6 Stunden 14 Minuten.
Wenn der Vollmond in Süddeutschland gegen 21 Uhr aufgeht, ist er bereits zur Hälfte in den Kernschatten der Erde eingetaucht. Etwa eine halbe Stunde später beginnt die totale Phase, die den Mond in das charakteristische rötliche Licht hüllt, welches durch die Erdatmosphäre auf den verfinsterten Mond gestreut wird. Mit dem Ende der totalen Phase um 23.13 Uhr gibt der Mond seine rötliche Färbung wieder auf und verlässt den Kernschatten um 0.19 Uhr vollständig. Die danach noch leichte Abdunklung des Westrands durch den Halbschatten verliert sich langsam, sodass das theoretische Ende der Finsternis um 1.30 Uhr schon nicht mehr wahrnehmbar ist.
Außer Mond und Mars können die Besucher mit den Teleskopen der Sternwarte weitere Himmelsobjekte des Sommersternhimmels sowie die Planeten Jupiter und Saturn betrachten.

INFO: Karten für den Vortrag können im Internet unter "www.planetarium-laupheim.de" und unter der Nummer 07392/91059 telefonisch vorbestellt werden. Im Planetarium stehen ansonsten unterschiedliche Sternenshows auf dem Programm. Die Vorführungen sind werbungsfrei. Termine im Internet und nach Vereinbarung.



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