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18.03.2021
Von: Martin Herter

 

Astrotip & Astrotag

Mond, Mars, Aldebaran und zwei Sternhaufen

LAUPHEIM (vstw.mh) - Am Freitag, den 19. März, bietet der abendliche Sternhimmel - klarer Himmel vorausgesetzt - einen besonders schönen Anblick: Mond, Mars, Aldebaran und zwei Sternhaufen. Am Samstag lädt der bundesweite Astronomietag zu einem Ausflug in die Kraterlandschaft des Mondes. Covid-19 bedingt wird die Laupheimer Sternwarte dabei für geschlossen bleiben, aber am 20. März um 19:30 Uhr einen Livestream rund um den Mond anbieten.


BILD 1: Mond, Mars, der Stern Aldebaran und die Sternhaufen der Hyaden und Plejaden bieten einen schönen Anblick. Foto: Martin Herter, Volkssternwarte Laupheim e.V.

BILD 2: Sternkarte der Konstellation, wie sie am Freitagabend zu sehen sein wird. Bild: Cartes du Ciel

BILD 3: Der bundesweite Astronomietag lädt am 20. März zum Ausflug in die Kraterlandschaft des Mondes. Bild: Sven Melchert, VdS

Wenn wir ab 20 Uhr in Richtung Südwesten blicken, finden wir halbhoch am Himmel die Sichel des zunehmenden Mondes. Rechts oberhalb leuchtet deutlich sichtbar der orangefarbene Planet Mars. Links unterhalb des Mondes findet man den hellen Stern Aldebaran, das „roten Auge“ im Sternbild Stier. Dieser Stern ist scheinbar eingebettet in den offenen Sternhaufen der Hyaden. Lässt man den Blick vom Mond aus nach rechts, also in Richtung Westen schweifen, findet man den hellen und schon mit bloßem Auge gut zu erkennenden Sternhaufen der Plejaden, das wohlbekannte Siebengestirn. Eine Orientierung und einen Überblick kann man sich anhand der beigefügten Himmelskarte verschaffen.
Es lohnt sich, den Mond, der zum Beobachtungszeitpunkt zu ungefähr 25 Prozent beleuchtet ist, mit einem Fernglas zu betrachten. Man erkennt damit schon feinere Strukturen auf der Mondoberfläche wie Berge, Krater und Mondmeere. Gerade in den recht schräg auftreffenden Sonnenstrahlen wirken die Berge und Krater mit ihrem breiten Schattenwurf sehr plastisch und fast schon dreidimensional. Noch eindrucksvoller zeigt sich der Mond dann natürlich in einem kleinen Fernrohr. Am besten beobachtet man den Mond also in seiner zunehmenden und abnehmenden Phase im Zeitraum von drei oder vier Tagen vor und nach der Halbmond-Phase. Bei Vollmond hingegen wird der Mond fast senkrecht von der Sonne beschienen, es gibt kaum Schattenwürfe und der Mond erscheint deswegen ziemlich gleichmäßig beleuchtet mit wenig Kontrasten und Details.
Der Mars, der Mitte Oktober des vergangenen Jahres sehr nahe bei der Erde stand, hat einen Durchmesser, der nur ungefähr halb so groß ist wie der Erddurchmesser. Er ist als erdnächster der äußeren Planeten ein sehr spannendes Forschungsobjekt. Gerade in den letzten Wochen erhielt er Besuch von drei Raumsonden aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus China. Diese Raumsonden werden den Mars in den nächsten Jahren weiter erforschen und teilweise sogar mit Landeeinheiten die Marsoberfläche direkt untersuchen.
Auch die beiden Sternhaufen der Hyaden und Plejaden bieten im Fernglas einen eindrucksvollen Anblick. Hier stehen jeweils einigen hundert Sterne räumlich dicht beieinander. Die Sterne eines solchen offenen Sternhaufens sind auch zeitlich gemeinsam in einem großen Sternentstehungsgebiet aus interstellarem Staub und Gas entstanden. So sind die Plejaden mit ca. 500 Sternen ungefähr 100 Millionen Jahren alt. Sie befinden sich in einer Entfernung von rund 450 Lichtjahren. Das Licht, das wir heute sehen, ist also 450 Jahre unterwegs gewesen von den Plejaden, bis es auf unsere Augen trifft.
Der ältere Sternhaufen der Hyaden ist vor mehr als 600 Millionen Jahren entstanden und ist ca. 150 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt.
Zum Schluss noch ein Blick auf den Stern Aldebaran, in der Rangliste der von der Erde sichtbaren hellsten Sterne immerhin auf Platz vierzehn. Es handelt sich hier um ein Doppelstern-System in knapp 70 Lichtjahren Entfernung. Der Hauptstern ist ein sogenannter Roter Riese. Sein Durchmesser ist fast 50-mal so groß wie der Durchmesser der Sonne und seine Leuchtkraft ist ungefähr 150-fach größer als die der Sonne.

Sollte das Wetter am Freitag schlecht und der Himmel bewölkt sein, kann man die genannten Objekte auch schon einige Tage vorher oder nachher beobachten. Lediglich der Mond wird sich dann nicht mehr in der Nähe befinden, weil er sich ja jeden Tag eine recht große Strecke von ca. 13 Grad am Himmel weiterbewegt. Allerdings hat man dann den Vorteil, dass die anderen Objekte besser zu beobachten sind, weil das Mondlicht mit seiner Helligkeit nicht mehr so blendet und der Himmelshintergrund deutlich dunkler erscheint. Lassen Sie sich diese schöne Himmelskonstellation aus Mond, Mars, Aldebaran und zwei Sternhaufen nicht entgehen. Man kann sie schon mit bloßem Auge ohne jeden Aufwand sehr schön beobachten.

Direkt am Folgetag, am Samstag, den 20.3. gibt es das nächste Highlight, den bundesweiten Astronomietag.
An diesem Tag laden wir Sie abends ein zu einem Livestream auf Youtube. Thema dieses Jahr ist der Mond, der treue Begleiter unserer Erde. Bei gutem Wetter machen wir einen Live-Spaziergang über den Mond direkt mit unserem Sternwarten-Teleskop. Weiterhin bieten wir interessante Informationen in Videos und im Live-Gespräch. Den Zugang erhalten Sie leicht über unsere Homepage www.planetarium-laupheim.de.

Natürlich freuen sich die Mitglieder der Volkssternwarte Laupheim auch sehr darauf, Sie hoffentlich recht bald wieder zu einer Beobachtungsnacht auf unserer Sternwarte begrüßen zu dürfen.
Die Sterne warten auf uns!



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