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27.07.2014
Von: Janina Burandt

 

ESA-Astronaut Reinhold Ewald hat am Donnerstag in einer Zusammenschaltung von mehreren Planetarien Fragen beantwortet

"Oben klappt es nur, wenn alle zusammenarbeiten"

LAUPHEIM (jabu) - Seit dem 29. Mai 2014 ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS. Am Donnerstagabend hat im Planetarium Laupheim eine Live-Schaltung ins Europäische Astronautenzentrum nach Köln stattgefunden.


Am Donnerstag hatten die Besucher des Laupheimer Planetariums die Möglichkeit, dem ESA-Astronauten Reinhold Ewald im Astronautenzentrum in Köln bei einer Videokonferenz Fragen zu stellen. Dabei wurden auch Live-Bilder aus der Internationalen Raumstation gezeigt. Foto: Janina Burandt, Planetarium Laupheim

Anlass dieser Live-Schaltung war der 45. Jahrestag der ersten Mondlandung. Sieben Planetarien aus ganz Deutschland waren an der Veranstaltung beteiligt. Nacheinander durften die Besucher in den Planetarien Fragen an den ESA-Astronauten Reinhold Ewald stellen, der sowohl fachgerecht als auch leicht verständlich antwortete. Organisiert wurde die Gemeinschaftsaktion vom Planetarium Münster.
Etwa 40 interessierte Besucher und Mitglieder der Volkssternwarte fanden sich im Laupheimer Planetarium zu dieser besonderen Veranstaltung ein, die von Vorstandsmitglied Christian Stehle von der Volkssternwarte Laupheim e.V. moderiert wurde. Vor der Live-Schaltung nach Köln richtete sich Alexander Gerst in einer Videobotschaft an die teilnehmenden Planetarien. Er berichtete von seinem Alltag auf der ISS und seinen Versuchen im europäischen Forschungslabor Columbus. Bis zum 10. November 2014 wird der Astronaut noch auf der ISS bleiben.
Nach dem Grußwort von Alexander Gerst wird um 18.35 Uhr der offizielle Teil der ESA (European Space Agency) mit einem Verbindungstest gestartet. Nachdem alle teilnehmenden Einrichtungen miteinander verbunden sind, kann die Fragerunde beginnen. Zwischendurch werden Live-Bilder aus der Internationalen Raumstation eingeblendet, auf denen man den Astronauten bei ihrer Arbeit zusehen kann. Als Alexander Gerst an einem Laptop arbeitet, sagt Reinhold Ewald lachend: "Ich hoffe, er schreibt die Email an uns, die er mir versprochen hat."
Neben Fragen nach der Anpassungsfähigkeit des Menschen an die Schwerelosigkeit und dem Arbeitsalltag auf der ISS wollen die Teilnehmer auch wissen, ob die Freundschaften, die auf der ISS entstanden sind, nach dem Ende der gemeinsamen Mission bestehen bleiben. Reinhold Ewald erzählt, dass die Mannschaften im Laufe der Mission sehr zusammenwachsen. Die Nationalitäten der Besatzungsmitglieder spielen dabei überhaupt keine Rolle, auch nicht zwischen Amerikanern und Russen. "Oben klappt es nur, wenn alle zusammenarbeiten", sagt Ewald. "Man wächst zusammen, lernt die anderen Sprachen. Man kann auf der Erde vielleicht nicht zum Sonntagskaffee vorbeikommen, aber man sieht sich immer wieder mal auf Konferenzen."
Die Laupheimer interessiert vor allem, in welchen Bereichen die Ergebnisse der Experimente, die auf der ISS durchgeführt werden, von Nutzen sind. Ewald antwortet: "Die Experimente werden nicht von den Astronauten, sondern von anderen Menschen auf der Erde entworfen. Es gibt lebenswissenschaftliche und medizinische Experimente, die zur besseren Behandlung von Krankheiten auf der Erde beitragen." Außerdem gibt es Experimente zur Verbrennung, die im All deutlich langsamer ablaufen als auf der Erde. "Es wird keine Fabriken im Weltall geben, um in der Schwerelosigkeit produzieren zu können. Unsere Aufgabe ist es, den industriellen Prozess auf der Erde zu verbessern."
Nach etwa einer Stunde endet die Fragerunde. Trotz anfänglicher Bedenken bei der Technik hat alles reibungslos funktioniert. Organisator Björn Voss verabschiedet sich aus dem Planetarium Münster und dankt allen Teilnehmern.

INFO: Wer mehr über Alexander Gerst und seine Blue Dot Mission erfahren möchte, kann ihm auf den sozialen Netzwerken Flickr, Facebook, Twitter und Google+ folgen. Auf der ESA-Seite alexandergerst.esa.int berichtet er von seinem Aufenthalt im All.


Dateien:
planetarium_esa.txt4.6 K

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