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18.08.2018
Von: Thomas Freidank

 

Sternwarte öffnet außerplanmäßig

Planetenreigen

LAUPHEIM (tf) - Einen faszinierenden Blick durchs Teleskop auf Venus, Jupiter, Saturn, Mars und den Mond ermöglicht die Laupheimer Sternwarte, die am Freitag, 24. August, bei klarem Himmel von 20.30 Uhr bis etwa 23.30 Uhr außerplanmäßig zur Abendbeobachtung geöffnet hat. Anlass sind besonders günstige Beobachtungsbedingungen für die genannten Planeten.


Der Ringplanet Saturn, wie man ihn auch durchs Teleskop der Laupheimer Sternwarte sehen kann. Foto: Manfred Konrad, Volkssternwarte Laupheim

Eigentlich öffnet die Laupheimer Sternwarte im Sommer sonntags zur Sonnenbeobachtung und erst ab Oktober wieder für Abendbeobachtungen. "Dann sind die besonders günstigen Beobachtungsvoraussetzungen für die hellsten Planeten aber schon wieder vorbei", sagt Beobachtungsleiter Manfred Konrad. Deshalb sollen die Besucher eine besondere Gelegenheit für einen Blick auf die Planeten sowie auf den Mond bekommen.
Den Planetenreigen eröffnet Venus, "Abendstern" über dem Westhorizont, die als auffälliger Glanzpunkt in der Dämmerung leuchtet. Im Teleskop erkennt man, dass unser Nachbarplanet aus unserem Blickwinkel derzeit nur etwa zur Hälfte beleuchtet erscheint. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigen sich Mars, Saturn und Jupiter in südlicher Richtung aufgereiht. Am weitesten nach Westen gerückt ist Jupiter im Sternbild Waage. Im Fernrohr lassen sich Wolkenstreifen in seiner Atmosphäre sowie mindestens die vier hellsten seiner 79 Monde ausmachen. Auch die Abplattung des Planeten aufgrund seiner rasenden Rotationszeit von nur 10 Stunden ist deutlich zu erkennen. Schon seit dem 16. Jahrhundert wird ein  gigantisches Sturmzentrum auf Jupiter beobachtet, der "Große Rote Fleck". In den vergangenen 150 Jahren ist seine Größe von 40000 auf 16500 Kilometer geschrumpft, was jedoch den Durchmesser der Erde von 12700 Kilometer immer noch deutlich übertrifft.
Saturn im Sternbild Schütze bleibt über Mitternacht hinaus präsent. Im Teleskop fallen ähnlich wie bei Jupiter die Abplattung der Saturnkugel aufgrund ihrer schnellen Umdrehung in nur zehn Stunden sowie Wolkenstreifen in der Atmosphäre auf. Herausragend sind jedoch die berühmten Ringe, die uns derzeit mit 26 Grad vergleichsweise stark zugeneigt sind.  Auch Saturnmonde lassen sich sehen.
Nach Venus derzeit zweithellster Planet ist Mars im Steinbock. Die teilweise bizarre Wüstenlandschaft, die mit Hilfe von Raumsonden auf Mars entdeckt wurde, lässt sich im Fernrohr nicht erahnen. Jedoch kann man helle und dunkle Gebiete unterscheiden und die hellen Polkappen erkennen.
In der Sternwarte ebenfalls ins Visier genommen wird der Mond. Auf dem uns nächsten Himmelskörper lassen sich mit einem Fernrohr Oberflächenmerkmale am detailliertesten erkennen. Unterschiedliche Färbungen, Gebirge, Krater und Gräben sind zu sehen. "Auf dem Mond lassen sich regelrechte optische Spaziergänge unternehmen", schildert Manfred Konrad.

INFO: Die regelmäßigen öffentlichen Sonnenbeobachtungen mit Spezialfiltern sind bei klarem Himmel sonntags von 15.30 Uhr bis 17 Uhr. Beobachtungsabende ab Oktober. Die Sternwarte befindet sich beim Planetarium in der Milchstraße 1.



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