Der Sternhimmel im März

 

Die Sonne

 

Der Frühling beginnt in diesem Jahr am 20. März um 15.46 Uhr. Dann erreicht unser Heimatstern den Frühlingspunkt am Firmament und überquert dort den Himmelsäquator von Süden nach Norden. An diesem Datum sind Tag und Nacht gleich lang (Tagundnachtgleiche).

In der Nacht auf Sonntag, den 29. März, beginnt die Sommerzeit. Die Uhren werden um eine Stunde auf Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) vorgestellt.

Die Auf- und Untergangszeiten der Sonne, angegeben in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) – wie alle Zeiten in diesem Artikel, soweit nicht anders vermerkt:

01.03. 7.04 Uhr, 18.02 Uhr
10.03. 6.45 Uhr, 18.17 Uhr
20.03. 6.23 Uhr, 18.33 Uhr
31.03. 5.59 Uhr, 18.50 Uhr

 

Der Mond

 

Gleich zu Monatsbeginn rundet sich unser Erdbegleiter am 3. März zum Vollmond im Sternbild „Löwe“. In den nächsten Tagen verliert er an Helligkeit und erreicht am 11. als abnehmender Halbmond (Phase des letzten Viertels) den „Skorpion“ in der Nähe dessen Hauptsterns Antares. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet in der Neumondnacht des 19. vom Morgenhimmel. Sie kehrt in den darauffolgenden Tagen an den westlichen Abendhimmel zurück. Am 25. ist sie zum zunehmenden Halbmond (Phase des ersten Viertels) angewachsen und zieht durch den „Stier“.

Am Abend des 23. steht der Mond östlich der Plejaden. In der Nacht vom 26. auf den 27. März wandert er zwischen dem Stern Pollux in den „Zwillingen“ und dem Planeten Jupiter hindurch. Am 29. verdeckt der Mond für rund eine Stunde Regulus, den hellsten Stern im „Löwen“, genauer: von 19.22 Uhr bis 20.33 Uhr (20.22 Uhr bis 21.33 Uhr MESZ, Zeiten für Stuttgart)

 

Die Planeten

 

Merkur, der sonnennächste Planet, ist im März unsichtbar.

Venus, unser Nachbarplanet innerhalb der Erdbahn, leuchtet als Abendstern in den „Fischen“. Am Monatsersten geht sie um 19.09 Uhr unter, am Monatsletzten um 20.41 Uhr (21.41 Uhr MESZ). Am Abend des 20. März steht sie gegen 19.45 Uhr knapp über dem Westhorizont, während die haarfeine Mondsichel über ihr steht.

Mars, unser Nachbarplanet außerhalb der Erdbahn, ist in diesem Monat nicht zu beobachten.

Jupiter, mit elf Erddurchmessern der größte Planet im Sonnensystem, streift durch die „Zwillinge“,  hält am 11. März in seiner „rückläufigen“ Bewegung über das Firmament inne (Ende der Oppositionsschleife) und setzt sie in entgegengesetzter, „rechtläufiger“ Richtung nach Osten fort.

Seit der Antike sorgte diese merkwürdige Bewegung, die auch Mars und Saturn aufweisen, für Kopfzerbrechen. Der berühmte Astronom Nikolaus Kopernikus konnte sie im 15. Jahrhundert mit seinem heliozentrischen Modell des Sonnensystems erklären: Die scheinbare Richtungsänderung entsteht, wenn ein Beobachter auf einem Planeten auf einer schnellen Innenbahn um die Sonne (der Erde) einen Planeten auf einer langsamen Außenbahn um die Sonne (den Jupiter) überholt.

Jupiter ist leicht zu erkennen: Nach dem Mond und der Venus ist er das hellste Objekt am Nachthimmel. Er versinkt am 1. um 4.56 Uhr unter dem Horizont, am 31. bereits um 3.00 Uhr (4.00 Uhr MESZ).

Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet unseres Sonnensystems, steht am 25. März hinter der Sonne und ist daher nicht zu sehen.

 

Die Fixsterne

 

Der Frühling hält seinen Einzug unter den Sternbildern und lässt die Wintersternbilder, deren auffälligste Sterne das Wintersechseck um den prächtigen „Orion“ bilden, im Westen versinken.

Ein leicht erkennbares, typisches Frühlingssternbild ist der „Löwe“, der schon vor 4000 Jahren im Zweistromland im heutigen Irak und Iran bekannt war. Der helle Stern in der Brust des Raubtiers wurde vom Astronomen Nikolaus Kopernikus Regulus genannt, „kleiner König“. Regulus liegt fast genau auf der Ekliptik, jener Bahn, auf der sich die Sonne, der Mond  und alle Planeten am Himmel entlangbewegen (siehe Sternkarte).

Kniffliger zusammenzufügen sind die Sterne des Sternbilds „Krebs“. In dessen Zentrum aus vier schwachen Sternen kann man mit einem Fernglas – in dunklen Beobachtungsgegenden sogar mit bloßem Auge – leicht den offenen Sternhaufen „Praesepe“ (Krippe) mit der Messier-Katalognummer M44 erkennen. Er ist eine Ansammlung von 350 Sternen in einer Entfernung von etwa 580 Lichtjahren.
Verlängert man den Schwanz des „Großen Bären“, trifft man auf den orangefarbenen Arktur. Er ist der Hauptstern des Sternbilds „Bärenhüter“ oder „Bootes“ (sprich: Bo-otes). Arktur ist der hellste Stern auf der nördlichen Hälfte der Himmelskugel und nach Sirius und Canopus der dritthellste Stern am Nachthimmel.

Südlich des „Bärenhüters“ liegt die „Jungfrau“, deren blau-weiß leuchtender Hauptstern Spica zusammen mit Arktur und Regulus das einprägsame Frühlingsdreieck bildet.