Der Sternhimmel im August

 

Die Sonne

 

Die Auf- und Untergangszeiten der Sonne, angegeben in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) – wie alle Zeiten in diesem Artikel:
01.08. 5.49 Uhr, 21.03 Uhr
10.08. 6.02 Uhr, 20.48 Uhr
20.08. 6.17 Uhr, 20.29 Uhr
31.08. 6.33 Uhr, 20.06 Uhr

 

Der Mond

 

Am 6. August zieht der abnehmende Halbmond (Phase des letzten Viertels) durch das Sternbild „Widder“. Die nun immer schmaler werdende Mondsichel verschwindet am 12. in der Neumondnacht vom Firmament.

Am Abend dieses Tages kommt es in Mitteleuropa zu einer teilweisen Sonnenfinsternis. Dabei schiebt sich für uns Beobachter auf der Erde der Mond vor die Sonne und verdeckt diese teilweise. Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis wird es dabei jedoch nicht merklich dunkler. Die Verdunkelung der Sonne beginnt um 19.23 Uhr und erreicht um 20.16 Uhr ihr Maximum, wenn 89 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt sind. Die Sonne geht um 20.39 Uhr unter, noch zu 45 Prozent verfinstert (Werte für Ulm). Vorsicht: Blicken Sie keinesfalls mit bloßem Auge in die Sonne, insbesondere nicht mit Fernglas oder Fernrohr! Sie riskieren dadurch Ihr Augenlicht! Benutzen Sie nur „Sonnenfinsternisbrillen“ oder spezielle Sonnenfilter.

Nach der Neumondnacht kehrt der Mond in den darauffolgenden Tagen als Sichel an den abendlichen Westhimmel zurück. Am 20. wandert sie als zunehmender Halbmond (Phase des ersten Viertels) durch die “Waage“ und rundet sich am 28. im „Wassermann“ zum Vollmond.

 

Die Planeten

 

Der sonnennächste Planet Merkur zeigt sich ab dem 7. August frühmorgens um 4.21 Uhr über dem Nordosthorizont und letztmals in diesem Monat am 15. um 4.55 Uhr. Danach verblasst er in der einsetzenden Morgendämmerung.

Die Venus, unser Nachbarplanet innerhalb der Erdbahn, wandert als Abendstern durch die „Jungfrau“. Am Monatsersten taucht sie um 22.32 Uhr unter den Westhorizont, am Monatsletzten schon um 21.05 Uhr.

Der Mars, unser Nachbarplanet außerhalb der Erdbahn, wechselt am 12. August vom „Stier“ in die „Zwillinge“. Der Rote Planet geht am frühen Morgen am Nordosthorizont auf: am 1. um 2.03 Uhr, am 31. bereits um 1.30 Uhr. Am 9. besucht ihn die abnehmende Mondsichel.

Jupiter, mit elf Erddurchmessern der größte Planet im Sonnensystem, kehrt wieder hinter der Sonne hervor und erscheint im zweiten Monatsdrittel am Morgenhimmel. Dazu schiebt er sich am 20. August um 4.47 Uhr über den Nordosthorizont, am 31. schon um 4.16 Uhr, und verschwindet später im Glanz des Sonnenaufgangs.

Saturn, der entfernteste mit bloßem Auge sichtbare Planet unseres Sonnensystems, streift durch die „Fische“. Der Hüter des schönsten Ringsystems des Sonnensystems baut seine Sichtbarkeit im August aus und ist am Monatsende fast die ganze Nacht über zu beobachten. Er geht am Monatsersten um 23.16 Uhr im Osten auf, am Monatsletzten bereits um 21.17 Uhr. Der Mond besucht ihn gleich zweimal: am 3. August und in der Nacht vom 30. auf den 31.

 

Die Fixsterne

 

In den Nächten um den 12. August findet wieder das größte Sternschnuppenfeuerwerk des Jahres statt. Die meisten Sternschnuppen sind in der ersten Nachthälfte vom 12. auf den 13. zu sehen. Besonders günstig in diesem Jahr: Auch lichtschwächere Sternschnuppen sind zu sehen, da sie vom Mond nicht überstrahlt werden. Mit Nachzüglern wird bis zum 24. gerechnet.

Diese Sternschnuppen oder Meteore sind Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle, dessen Bahn die der Erde kreuzt. Sie schießen mit bis zu 60 Kilometern pro Sekunde (!) in die Erdatmosphäre. Dabei scheinen sie aus dem Sternbild „Perseus“ zu kommen, daher werden sie auch Perseiden (sprich: Perse-iden) genannt. Im Volksmund sind die Leuchtspuren dieses prächtigen Sternschnuppenstroms auch als „Laurentiustränen“ bekannt. Sie sind benannt nach dem Märtyrer St. Laurentius (gest. 258 n. Chr.).

Die Gefahr eines verheerenden Meteoriteneinschlags durch die Perseiden ist sehr gering: Die meisten Perseidenmeteore bestehen aus sandkorngroßen Fragmenten, die in der Erdatmosphäre mit einer auffälligen Leuchtspur völlig harmlos verglühen.

Der Sternhimmel im August wird weiterhin vom Sommerdreieck beherrscht. Diese leicht erkennbare Figur setzt sich aus den hellen Sternen Wega in der „Leier“, Deneb im „Schwan“ und Atair im „Adler“ zusammen.

Die weiße Wega ist „nur“ 25 Lichtjahre entfernt. Seit der Infrarotsatellit IRAS um Wega einen Ring aus kühler Materie entdeckt hat, vermuten Experten dort ein Planetensystem im Geburtsstadium.

Der „Schwan“, auch „Kreuz des Nordens“ genannt, scheint, wie der „Adler“, mitten durch die Milchstraße zu fliegen. Schon der Blick durch ein kleines Fernglas offenbart in dieser Region Abertausende von Lichtpunkten, die Sonnen wie die unsere sind.

Das matte Band der Milchstraße am Nachthimmel ist unsere Heimatgalaxis, ein gigantisches, diskusförmiges Sternsystem aus Milliarden von Sternen, das wir von der Kante her sehen. Auch unsere Sonne zählt dazu. Obwohl die Milchstraße nicht zu den größten Galaxien gehört, sind ihre Maße dennoch beeindruckend: Ihr Durchmesser beträgt etwa 100.000 Lichtjahre, ihre Dicke „nur“ 16.000 Lichtjahre. Sie enthält rund 200 Milliarden Sterne. Die Sonne vollführt in 230 Millionen Jahren einen Umlauf um das Zentrum der Milchstraße, von dem sie etwa 27.000 Lichtjahre entfernt ist. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt: etwa 9,45 Billionen Kilometer.